Resilienz im Klimawandel: Madam Racheals Weg mit Sojaanbau
Im Distrikt Mumbwa hat Madam Racheal Chiyabi ihren Betrieb durch klimaangepassten Sojaanbau und Agroforstsysteme transformiert. Gleichzeitig stärkt ihre Kooperative mit gleichberechtigter Entscheidungsstruktur und Marktzugang die sozioökonomische Rolle von Kleinbäuerinnen.
Seit mehr als zehn Jahren bewirtschaftet Madam Racheal Chiyabi Land im Distrikt Mumbwa in Sambia. Sie hält Hühner und baut Gemüse, Bohnen, Mais und Erdnüsse an. Besonders der erfolgreiche Sojaanbau erzählt jedoch eine größere Geschichte – eine Geschichte von Klimaresilienz, gegenseitiger Solidarität und einer Bäuerin, die in ihrer Gemeinschaft zu einer wichtigen Führungspersönlichkeit geworden ist.
Der Sojaanbau wurde zu einem zentralen Bestandteil von Racheals Lebensgrundlage, nachdem sie sich einer Gruppe von Landwirt*innen angeschlossen hatte, die im Rahmen des GIZ-Projekts "Sustainable Agriculture for Forest Ecosystems" (SAFE) gemeinsam mit "Community Markets for Conservation" (COMACO) unterstützt werden. Durch diese Zusammenarbeit erhielt Racheal Schulungen in klimaresilienter, bodenschonender Landwirtschaft – darunter wassersparende Pflanzmethoden, mechanisierte Bodenvorbereitung und die Integration von Gliricidia-Bäumen in Agroforstsysteme.
Ihr Engagement reicht weit über die eigene Farm hinaus. Als Vorsitzende ihrer Kooperative betont Racheal, dass dort Frauen und Männer gleichermaßen an landwirtschaftlichen Entscheidungen beteiligt sind. Dieses Modell gleichberechtigter Mitbestimmung stellt sicher, dass Frauen aktiv Führungsverantwortung übernehmen und ihre Stimmen gehört werden.
"Was mich stolz macht“, sagt Racheal, „ist die Vielfalt meines Betriebs. Ich habe ein Niveau erreicht, auf dem ich mit Männern in denselben Wertschöpfungsketten konkurrieren kann."
Die Jahre 2023/2024 stellten sie jedoch vor eine ihrer bislang größten Herausforderungen. Eine schwere Dürre, verschärft durch unvorhersehbare Wetterveränderungen, zerstörte Ernten und führte in ihrer Region zu Nahrungsmittelknappheit sowie zum Verlust von Nutztieren. Der Klimawandel sei inzwischen eines der größten Probleme für die Gemeinschaft, erklärt Racheal. Neben den extremen Dürren habe auch die Regenzeit 2025 ungewöhnlich spät eingesetzt. "Der Regen kam erst im Mai – so etwas hat es früher nie gegeben," erinnert sie sich.
Um die Folgen der Dürre abzufedern, unterstützten GIZ und COMACO Racheal sowie andere registrierte Landwirt*innen mit Sojasaatgut, damit sie ihre Produktion fortsetzen konnten.
"In unseren Bäuern*innengruppen unterstützen wir uns gegenseitig. Niemand muss alleine kämpfen," sagt Racheal. "Wir haben sogar Spargruppen gegründet – das hat uns als Gemeinschaft stärker gemacht."
Neben der landwirtschaftlichen Produktion spielt COMACO auch eine wichtige Rolle bei der Vermarktung der Erzeugnisse. Die Organisation bündelt Soja von Kleinbäuer*innen, darunter auch aus Racheals Kooperative, und verarbeitet es zu Produkten mit höherer Wertschöpfung wie "Yummy Soy" – einem nahrhaften und erschwinglichen Getreideprodukt, das inzwischen in Supermärkten in ganz Sambia verkauft wird. Dieses Modell stärkt nicht nur die lokale Weiterverarbeitung, sondern schafft zugleich direkte Marktchancen für Frauen im ländlichen Raum. So zeigt sich, wie inklusive Wirtschaftsmodelle Lebensgrundlagen nachhaltig verbessern können.
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der GIZ wird COMACO außerdem dazu beitragen, rund 450.000 Hektar Gemeindewald zu erhalten und mehr als 2.000 Landwirt*innen in nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken zu schulen.
Ein Beitrag von Olivia Ngaba und Laura-Christine Rondholz, GIZ SAFE Project