Resilienz im Klimawandel: Madam Racheals Weg mit Sojaanbau

Im Distrikt Mumbwa hat Madam Racheal Chiyabi ihren Betrieb durch klimaangepassten Sojaanbau und Agroforstsysteme transformiert. Gleichzeitig stärkt ihre Kooperative mit gleichberechtigter Entscheidungsstruktur und Marktzugang die sozioökonomische Rolle von Kleinbäuerinnen.

Frau R. Chiyabi (links), eine bei COMACO registrierte Bäuerin, und eine der Frauen aus der Kooperative reinigen auf ihrem Hof einen Teil der geernteten Sojabohnen – ein Schritt hin zu größerer Ernährungssicherheit und einem höheren Einkommen. © Luke Katemba/GIZ

Von Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Die GIZ ist ein weltweit tätiger Dienstleister der internationalen Kooperation für nachhaltige Entwicklung. Sie hat mehr als 50 Jahre Erfahrung in unterschiedlichsten Feldern.

Alle Beiträge
Frau R. Chiyabi hält Sojabohnen in den Händen, die auf ihrem Feld in Mumbwa angebaut und anschließend zum Trocknen ausgelegt wurden. © Luke Katemba/GIZ

Seit mehr als zehn Jahren bewirtschaftet Madam Racheal Chiyabi Land im Distrikt Mumbwa in Sambia. Sie hält Hühner und baut Gemüse, Bohnen, Mais und Erdnüsse an. Besonders der erfolgreiche Sojaanbau erzählt jedoch eine größere Geschichte – eine Geschichte von Klimaresilienz, gegenseitiger Solidarität und einer Bäuerin, die in ihrer Gemeinschaft zu einer wichtigen Führungspersönlichkeit geworden ist.

 

Der Sojaanbau wurde zu einem zentralen Bestandteil von Racheals Lebensgrundlage, nachdem sie sich einer Gruppe von Landwirt*innen angeschlossen hatte, die im Rahmen des GIZ-Projekts "Sustainable Agriculture for Forest Ecosystems" (SAFE) gemeinsam mit "Community Markets for Conservation" (COMACO) unterstützt werden. Durch diese Zusammenarbeit erhielt Racheal Schulungen in klimaresilienter, bodenschonender Landwirtschaft – darunter wassersparende Pflanzmethoden, mechanisierte Bodenvorbereitung und die Integration von Gliricidia-Bäumen in Agroforstsysteme.

 

Ihr Engagement reicht weit über die eigene Farm hinaus. Als Vorsitzende ihrer Kooperative betont Racheal, dass dort Frauen und Männer gleichermaßen an landwirtschaftlichen Entscheidungen beteiligt sind. Dieses Modell gleichberechtigter Mitbestimmung stellt sicher, dass Frauen aktiv Führungsverantwortung übernehmen und ihre Stimmen gehört werden.

 

"Was mich stolz macht“, sagt Racheal, „ist die Vielfalt meines Betriebs. Ich habe ein Niveau erreicht, auf dem ich mit Männern in denselben Wertschöpfungsketten konkurrieren kann."

 

Die Jahre 2023/2024 stellten sie jedoch vor eine ihrer bislang größten Herausforderungen. Eine schwere Dürre, verschärft durch unvorhersehbare Wetterveränderungen, zerstörte Ernten und führte in ihrer Region zu Nahrungsmittelknappheit sowie zum Verlust von Nutztieren. Der Klimawandel sei inzwischen eines der größten Probleme für die Gemeinschaft, erklärt Racheal. Neben den extremen Dürren habe auch die Regenzeit 2025 ungewöhnlich spät eingesetzt. "Der Regen kam erst im Mai – so etwas hat es früher nie gegeben," erinnert sie sich.

 

Ein Mitarbeiter des COMACO-Zentrums in Mumbwa hält eine Packung "Yummy Soy" in der Hand, ein nährstoffreiches Getreideprodukt aus lokal angebauten Sojabohnen, das mit Stolz von Gemeinschaften und Frauen wie Frau R. Chibiya verarbeitet wird. © Luke Katemba/GIZ

Um die Folgen der Dürre abzufedern, unterstützten GIZ und COMACO Racheal sowie andere registrierte Landwirt*innen mit Sojasaatgut, damit sie ihre Produktion fortsetzen konnten.

 

"In unseren Bäuern*innengruppen unterstützen wir uns gegenseitig. Niemand muss alleine kämpfen," sagt Racheal. "Wir haben sogar Spargruppen gegründet – das hat uns als Gemeinschaft stärker gemacht."

 

Neben der landwirtschaftlichen Produktion spielt COMACO auch eine wichtige Rolle bei der Vermarktung der Erzeugnisse. Die Organisation bündelt Soja von Kleinbäuer*innen, darunter auch aus Racheals Kooperative, und verarbeitet es zu Produkten mit höherer Wertschöpfung wie "Yummy Soy" – einem nahrhaften und erschwinglichen Getreideprodukt, das inzwischen in Supermärkten in ganz Sambia verkauft wird. Dieses Modell stärkt nicht nur die lokale Weiterverarbeitung, sondern schafft zugleich direkte Marktchancen für Frauen im ländlichen Raum. So zeigt sich, wie inklusive Wirtschaftsmodelle Lebensgrundlagen nachhaltig verbessern können.

 

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der GIZ wird COMACO außerdem dazu beitragen, rund 450.000 Hektar Gemeindewald zu erhalten und mehr als 2.000 Landwirt*innen in nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken zu schulen.

 

Ein Beitrag von Olivia Ngaba und Laura-Christine Rondholz, GIZ SAFE Project

 

Ähnliche Beiträge

Leidy Fierro auf ihrer Kaffeefarm in Huila, Kolumbien. © Santiago Manso

Leidy: Kaffeeproduzentin, die Chancen für Frauen und Jugendliche schafft

Eine Geschichte aus Kolumbien

Für junge Kaffeebäuerinnen wie Leidy eröffnet die Zusammenarbeit zwischen Kooperativen und Entwicklungsprojekten neue Perspektiven entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Durch die Einbindung in die Kaffeelinie „Notas de juventud“ gewinnt sie nicht nur an fachlicher Expertise, sondern auch an wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Sichtbarkeit.

Weiterlesen

Daw Ni Ni Than erhält Fischfutter für ihren Betrieb, 2023, Myanmar. © Jue Ko Ko Thet

Vom Teich auf den Teller – wie Aquakultur Frauen in Myanmar stärkt

Eine Geschichte aus Myanmar

In den ländlichen Regionen Myanmars ist Aquakultur für viele Haushalte eine zentrale Grundlage für Ernährung und Einkommen – zugleich aber stark von Unsicherheit und hohen Kosten geprägt. Für Frauen wie Daw Ni Ni Than wird die Fischzucht zunehmend zu einem Weg aus wirtschaftlicher Abhängigkeit hin zu mehr Stabilität und Selbstbestimmung.

Weiterlesen

Ankunft der SANWFA OCEAN20 Panelteilnehmerinnen und Ausstellerinnen. © GIZ

Frauen als Hüterinnen unserer Meere

Eine Geschichte aus Südafrika

In Küstengemeinschaften sind Frauen eng mit dem Ozean verbunden – als Verarbeiterinnen, Händlerinnen und Hüterinnen lokaler ökologischer Kenntnisse. Dennoch bleiben ihre Beiträge in der Fischerei- und Meerespolitik oft unsichtbar, obwohl sie entscheidend für nachhaltige Nutzung und Schutz der Meere sind.

Weiterlesen

Die Kabaobäuerin Kristina Rampang auf ihrer farm. © Roy Prasetyo

Kristina Rampang: Mutter, Bäuerin, Stimme ihrer Gemeinschaft

Eine Geschichte aus Indonesien

Im abgelegenen Dorf Bobo in Zentral-Sulawesi hat sich Kristina Rampang vom Kleinbauernhaushalt zur anerkannten Kakaobäuerin und Gemeindeleiterin entwickelt. Durch Trainings, gemeinschaftliche Arbeitsformen und neue Anbaumethoden stärkt sie nicht nur ihren eigenen Betrieb, sondern auch die Rolle von Frauen in der lokalen Landwirtschaft.

Weiterlesen

Haribati Maravi, Expertin für Geschlechterfragen, jätet Unkraut in ihrem Küchengarten. © GIZ Indien CORE

Hoffnung säen – Haribatis Weg zu Selbstbestimmung und Resilienz

Eine Geschichte aus Indien

Im ländlichen Madhya Pradesh verändert Haribati Maravis Arbeit in Selbsthilfegruppen konkrete Machtverhältnisse in Landwirtschaft und Haushalt. Durch Trainings zu klimaresilientem Anbau, geschlechtsspezifischen Fragen und kollektiver Organisation werden Bäuerinnen zunehmend als Entscheidungsträgerinnen sichtbar.

Weiterlesen

Jemimah Oronoga arbeitet auf ihrer Farm in Kakamega. © TMG

Ihr Land, ihre Rechte: Gerechtigkeit durch Digitalität

Eine Geschichte aus Kenia

Im Kakamega County in Kenia sind Landkonflikte tief im gelebten Alltag vieler Frauen eingeschrieben. Neue digitale Ansätze tragen dazu bei, bestehende Ungleichheiten zu adressieren und die Landrechte von Frauen praktisch zu stärken.

Weiterlesen

Sarah mit anderen Landwirtinnen im Abschlussworkshop. © UNYFA / dlv

Von "nur einem jungen Mädchen" zur Anführerin

Eine Geschichte aus Uganda

Als junge Vertreterin von Jugend- und Bauerninteressen im Norden Ugandas musste Sarah Awor früh gegen Vorurteile, fehlende Ressourcen und familiären Widerstand ankämpfen. Heute steht sie für eine neue Generation von Bäuerinnen, die Landwirtschaft als unternehmerischen und gemeinschaftlichen Transformationsraum begreifen.

Weiterlesen

Drei Bäuerinnen auf ihrem Feld nahe Mwanza, Tansania. © GIZ / Fabiana Anabel Woywod

Das Internationale Jahr der Landwirtin: Frauen als treibende Kraft des Wandels

Ein Beitrag der GIZ

Frauen produzieren einen großen Teil der weltweiten Nahrungsmittel und gestalten den Wandel von Agrar- und Ernährungssystemen entscheidend mit. Das Internationale Jahr der Landwirtin 2026 rückt ihre Rolle als Innovatorinnen, Unternehmerinnen und treibende Kräfte für klimaresiliente und nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt.

Weiterlesen

© GIZ / Climax Film Production

Bäuerinnen. Für Menschen und unseren Planeten.

Ein Beitrag von der GIZ, FAO WFF Youth Initiative und UN Women

Diese Porträtserie „Women Farmers. Caring for people and planet. Sustaining land, water, and biodiversity" erzählt die Geschichten von elf Frauen: Bäuerinnen, Führungspersönlichkeiten, Genossenschaftsmitglieder, Aquakulturbeschäftigte, Frauen, die die Umwelt schützen, und junge Frauen in der Ernährungswirtschaft. Sie ist in Zusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, der WFF Global Youth Action Initiative, ausgerichtet von FAO und UN Women entstanden.

Weiterlesen