Die Förderung kleinbäuerlicher Frauengruppen über die Stärkung des Selbsthilfe-Ansatzes leistet einen entscheidenden Beitrag zur ökonomischen Stärkung der ländlichen Betriebe. Über die Organisation und die verbundenen Gruppenaktivitäten kann extreme Armut reduziert und die Ernährungssituation verbessert werden.
Mitglieder der Föderation Tisuk. (c) Karin Gaesing
Das Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), das im Jahr 1990 gegründet wurde, ist eine Forschungseinrichtung der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen am Campus Duisburg. Es kooperiert eng mit der Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF), Bonn, die 1986 auf Initiative des früheren Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt gegründet wurde.
Die Kindernothilfe ist eine der größten christlichen Kinderrechtsorganisationen in Europa und setzt sich seit mehr als 60 Jahren ein für benachteiligte Mädchen und Jungen auf ihrem Weg in ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben. Sie fördert rund 600 Projekte und leistet humanitäre Hilfe.
Sogenannten Self-Help-Groups (SHGs) bieten eine Basis für soziales und politisches Empowerment kleinbäuerlicher Frauen. Die Teilnahme an den SHG verhilft den Frauen nicht nur zu einem steigenden Haushaltseinkommen, sondern auch zu einem höheren Ansehen und Mitspracherecht sowohl in der Familie als auch in der Gemeinde. Seit 2006 implementiert die Kindernothilfe in Partnerschaft mit der lokalen Organisation Kitui Development Centre (KDC) ein Projekt zur Stärkung des Selbsthilfeansatzes in Kitui County, etwa 160 km östlich der Hauptstadt Nairobi im Zentrum Kenias. Die SHG-Struktur des Projektes sieht eine politische Interessensvertretung zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Frauen vor. Das Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen untersuchte das Projekt im Rahmen des BMZ geförderten Forschungsvorhaben „Wege aus extremer Armut, Vulnerabilität und Ernährungsunsicherheit“.
Der menschenrechtsbasierte SHG-Ansatz stammt u. a. aus Indien, wo er einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung leistet. Explizit soll der Zusammenschluss der Ärmsten der Armen, zumeist Frauen, gefördert werden. Die Auswahl der Teilnehmerinnen übernehmen die DorfbewohnerInnen mithilfe von partizipativen Armutsanalysen selbst. Kriterium für die Teilnahme an einer SHG ist u. a. ein Einkommen von weniger als 100 kenianischen Schilling (umgerechnet weniger als ein Euro) pro Tag. Eine Besonderheit des Ansatzes stellt die hohe Eigenverantwortlichkeit der Gruppen dar, weil sie keine externe materielle Unterstützung erhalten, sondern lediglich zu Beginn Schulungen angeboten bekommen.
Das übergeordnete Ziel der Gruppen besteht darin, den Lebensstandard ihrer Mitglieder sowie ihres Umfelds zu verbessern und solidarisches Handeln zu unterstützen. Dazu soll ökonomisches, politisches und soziales Empowerment gefördert werden. Die Aktivitäten der SHG sind vielfältig, jede Gruppe wählt ihre eigene Aktivität. Allen gemeinsam ist das kollektive Sparen, die Vergabe von Krediten aus den Gruppenersparnissen, die gegenseitige Unterstützung sowie die Teilnahme an verschiedenen Trainings zum SHG-Ansatz (z. B. zu Buchhaltung und Konfliktlösung), Landwirtschaft (u. a. Anbau von dürreresistenten Cassava-Sorten, Bienen- oder Hühnerzucht) sowie Unternehmertum, um den Aufbau kleiner Geschäfte zu unterstützen.
Politische Organisation der SHG-Gruppen
In mehreren Schritten wird die Organisationsstruktur aufgebaut. Zunächst schließen sich etwa 15 bis 20 Frauen zu einer SHG zusammen, um auf den Ebenen des Individuums sowie des Haushalts eine ökonomische Besserstellung zu erreichen. Anschließend wird mit den sogenannten Cluster Level Associations (CLAs) eine übergeordnete Struktur gebildet, welche sich aus etwa 10 SHG-Repräsentantinnen zusammensetzt. Die CLAs sorgen für eine Vernetzung der Gruppen und engagieren sich für die Neugründung von SHG. Sie arbeiten außerdem an einer breiten Entwicklung des Gemeinwesens und kooperieren dazu mit lokalen Behörden. Aus 10 CLAs setzt sich in der höchsten Stufe der Organisation eine Föderation zusammen, die bis zu 2000 Frauen vertritt. Das Hauptziel besteht auf dieser Ebene in der politischen Anwaltschaft für regionale Belange. Ziel ist es, Barrieren zu beseitigen, welche die Ärmsten darin hindern, ihre Interessen zu artikulieren. Insgesamt sind die Institutionen basisdemokratisch aufgebaut, die wichtigsten Funktionen, wie beispielsweise der Vorsitz, rotieren regelmäßig, und Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Die Föderation in Kitui setzt sich im Einvernehmen mit der lokalen Administration beispielsweise für die Abschaffung von Kinderehen und weiblicher Genitalverstümmelung ein und agiert gegen häusliche Gewalt sowie gegen die Produktion des lokalen Alkohols pombe.
Organisationsstruktur des SHG-Ansatzes. Darstellung: INEF 2018.
Wirkungen des Projekts
Gegenwärtig existieren in Kitui über 210 SHG, welche sich aus etwa 3.500 Mitgliedern zusammensetzen. Wie eine empirische Studie mit über 400 befragten Haushalten (siehe Mahla / Gaesing 2017) belegt, sind diejenigen Haushalte, in denen die Frauen SHG-Mitglieder sind, mittlerweile ökonomisch bessergestellt als Vergleichshaushalte in Kitui County. Die Frauen sagen von sich selbst, dass sie den „Klassenaufstieg“ von extrem arm zu arm geschafft haben. Nur wenige sind jedoch darüber hinausgekommen, was die Grenzen des Ansatzes deutlich macht. Die Frauen nutzen die Kredite der SHG bzw. ihr gestiegenes Haushaltseinkommen vor allem, um ihren Kindern eine durchgehende und weiterführende Schulbildung zu ermöglichen. Andere Investitionen gehen in die Verbesserung der Wohnung, beispielsweise durch den Ersatz von Strohdächern durch Blechdächer oder in verschiedene einkommensgenerierende Tätigkeiten wie die Eröffnung eines kleinen Geschäfts oder den Erwerb von Ziegen und Kühen. Bei der Generierung von Einkommen, zum Beispiel durch den Verkauf eines Huhns, wird normalerweise ein Teil des Geldes für die Rückzahlung des Kredits mit Zinssatz (variiert, ca. 10 %), ein weiterer für das wöchentliche Sparen und ein dritter Anteil als persönlicher Gewinn verwendet.
Die Mitglieder der SHG gaben bei der Haushaltsbefragung (vgl. ebd.) an, dass sie sowohl unternehmerische (17 %) als auch landwirtschaftliche (19 %) Fähigkeiten gewonnen hätten. Zudem seien gemeinsam Wassertanks angeschafft worden. Als Beitrag zu einer verbesserten Ernährungssicherung gibt es Gruppen, die untereinander Saatgut tauschen und mit Gemüseanbau begonnen haben. Vor allem Tomaten und sukuma wiki, ein beliebtes Weißkohlgemüse, waren vor der Gründung der SHG nicht verbreitet. Sie erzielen heute auf dem Markt gute Gewinne und tragen zu einer diversifizierten Ernährung bei. Als Reaktion auf die Dürrezeiten errichteten die SHG Lebensmittelbanken, die auch als Sitzungsräume für die SHG genutzt werden. Die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln wurde erhöht, weil diese nach ausreichender Ernte das ganze Jahr lang für alle DorfbewohnerInnen zu fairen Preisen erhältlich sind.
Der SHG-Ansatz setzt auf basisdemokratische Selbstorganisation der Frauen und allein der Zusammenschluss kann schon als politischer Akt der Selbstermächtigung verstanden werden.
Da die meisten Dörfer auf dem Land nicht über einen Elektrizitätsanschluss verfügen, hat die Föderation Tisuka eine Kooperation mit einem Solarhersteller (D-Light) initiiert, die es den Frauen aus den SHG ermöglicht, mithilfe der Kredite zu reduzierten Preisen Solarlampen zu erwerben. Somit können sie beispielsweise auch nach Einbruch der Dunkelheit einkommensgenerierenden Tätigkeiten nachgehen und ihre Kinder können abends noch lernen oder lesen.
Der SHG-Ansatz setzt auf basisdemokratische Selbstorganisation der Frauen und allein der Zusammenschluss kann schon als politischer Akt der Selbstermächtigung verstanden werden. Grundsätzlich zielen die SHG-Aktivitäten darauf ab, das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken. Dies ist die Grundlage dafür, dass sich die Frauen nicht mehr nur als „Arme“ stigmatisiert sehen, sondern sich in ihrem Selbstverständnis vergegenwärtigen, dass sie auch Rechte-Inhaberinnen sind. Mit einem gestiegenen Selbstbewusstsein trauen sich die Frauen verstärkt auch außerhalb des geschützten Kreises der Gruppe, ihre Interessen zu artikulieren. Insbesondere die CLAs nehmen Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse, um die Interessen der Frauen wirksam zu vertreten. Ein Beispiel dafür ist die Kooperation mit Regierungsbehörden, um die Sicherheitssituation aber auch Wasser- und Gesundheitssituation in den Dörfern zu verbessern. So konnte die CLA Kuma maßgeblich zur Entstehung eines Care Centres in einer Krankenstation im ländlichen Raum beitragen. Ferner sind sogar einige SHG-Mitglieder aus Kitui in politische Gremien auf County-Ebene gewählt worden.
SHG Mitglied in Kitui County. (c) Anika Mahla
Insgesamt birgt die Vernetzung der Frauen im ganzen Land sowie über Kenia hinaus ein politisches Kapital für die Zukunft. Das soziale Empowerment beruht darauf, dass die Gruppen die Stärkung des kollektiven Zusammenhalts fördern. So unterstützen sich die Frauen und ihre Familien gegenseitig beim Hausbau, der Feldarbeit oder bei Krankheits- und Todesfällen. In besonderen Notsituationen werden auch zinslos Kredite vergeben. Viele Gruppen engagieren sich zudem karitativ, indem sie beispielsweise die Schulgebühren von Waisenkindern übernehmen. Bildung ist ein wichtiges Thema, welches vor der Teilnahme an SHG viele Familien finanziell stark belastet hat. Dank der Gruppen jedoch konnte die Quote der SchulabbrecherInnen gesenkt und die Anzahl der Kinder, die weiterführende Schulen besuchen, gesteigert werden. Außerdem betonten viele Frauen, dass die SHG ihnen geholfen haben, ihr soziales Netzwerk zu erweitern bzw. zu festigen.
Schlussfolgerungen für die Entwicklungszusammenarbeit
Der SHG-Ansatz schafft eine tragfähige, gut vernetzte Organisationsstruktur und befähigt diese, ohne Unterstützung von außen weiter an den Entwicklungsbelangen der Mitglieder und ihrer Gemeinden zu arbeiten. Die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung ist somit gegeben.
Im SHG-Ansatz der Kindernothilfe ist eine Kreditaufnahme durch externe Kredite, z.B. Mikrofinanzinstitutionen erst auf der Ebene der Cluster Level Association vorgesehen. Die kleinen Sparbeträge innerhalb der Gruppen sind in der Regel nicht ausreichend für notwendige größere Investitionen in die Landwirtschaft oder in andere Gewerbe. Im Hinblick auf eine verbesserte finanzielle Inklusion der Haushalte ist eine Vernetzung der SHG Gruppen (mithilfe der bestehenden Cluster Level Association oder Federation) an ländliche Finanzdienstleister eine Möglichkeit diese Limitation zu überwinden. Financial Linkage ist jedoch nur dort anzustreben, wo nachhaltige SHG-Strukturen existieren und eine gewissenhafte Kreditwürdigkeitsprüfung vorgenommen wird, um eine Überschuldung der kleinbäuerlichen Haushalte zu verhindern.
Statt in diesem Fall die gut organisierte Selbsthilfestruktur und die Ownership der Frauen und ihrer Gemeinden durch großzügige Kapitalspritzen zu korrumpieren, ist es sinnvoll, in Kooperation mit Organisationen der staatlichen technischen und finanziellen Zusammenarbeit flankierende notwendige Maßnahmen zu finanzieren und technisch umzusetzen. So stellen der Wassermangel (sowohl Trinkwasser als auch für Bewässerung) und die mangelnde Integration in Märkte zwei der Hauptprobleme der Region und damit Entwicklungshemmnisse dar. In partizipativer Planung könnten bedarfsgerecht Maßnahmen zur Wasserversorgung, Kleinbewässerung und Marktintegration geplant, finanziert und umgesetzt werden. Diese Maßnahmen könnten z.B. den beginnenden Gemüseanbau auf ein höheres Niveau anheben, Produktionsmittelkredite bereitstellen und zur Schaffung von Wertschöpfungsketten beitragen. Dazu ergänzend wäre auch die Unterstützung des bereits angelaufenen Ausbaus von Infrastrukturen sehr hilfreich.
Die SHG-Strukturen eignen sich hervorragend, um Angebote und Schulungen zu wichtigen Themen wie z.B. Ernährungsberatung (Kitui hat eine extrem hohe Stunting-Rate) an die Bevölkerung heranzutragen.
Quellen
Mahla, Anika / Gaesing, Karin (2017): Der Selbsthilfegruppen-Ansatz am Beispiel von Kitui in Kenia. Armutsbekämpfung durch Empowerment. Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Universität Duisburg-Essen (AVE-Studie 6/2017, Wege aus extremer Armut, Vulnerabilität und Ernährungsunsicherheit).
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Ein Leben ohne Hunger innerhalb der planetaren Grenzen ist möglich! Mit diesem Leitgedanken tritt ab sofort die neue BMZ-Strategie zu unserem gemeinsamen Thema, Leben ohne Hunger, in Kraft. Erfahren Sie hier mehr.
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Die Transformation der Food Systems gilt als neuer Zaubercode – doch es fehlen effektive Strategien. Eine Expert*innengruppe hat nun Voraussetzungen dafür diskutiert, wie dieser Prozess effizient gesteuert werden könnte. Das einstimmige Fazit der VertreterInnen aus Politik, Jugend, Zivilgesellschaft, Bauernorganisationen, Privatwirtschaft und Wissenschaft: Eine Transformation ist möglich. Aber sie braucht einen umfassenden Drive von innen.
Nach der vierjährigen Amtszeit von Bolsonaro versucht die neue brasilianische Regierung, ihr Engagement für die Agrarökologie wieder aufzunehmen, die Abholzung im Amazonasgebiet zu bekämpfen und indigene Gemeinschaften sowie arme Familien vor Hunger zu schützen. Ein Interview mit der Vizeministerin für ländliche Entwicklung und landwirtschaftliche Familienbetriebe, Fernanda Machiaveli.
Karen Mapusua, Präsidentin des IFOAM Organics International Network, über die Gefahr, dass die Nachhaltigkeit durch die derzeitige Treibstoffkrise und die Inflation aus aus dem Fokus gerät, darüber, warum Biobäuer*innen gehört werden sollten und warum sie auf Fidschi, wo sie lebt, einen anderen Blick auf die "Krisen" der Welt hat.
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Auch in der Landwirtschaft ist es wichtig politische Interessensgruppen in den Diskurs mit einzubeziehen. Um die Brücke zwischen praktische Anwendung und politischem Handeln zu bauen, hat der Think Tank TMG den Governor's Day with Farmers (GDF) im Kakamega County in Kenia ins Leben gerufen. Nun fand er zum zweiten Mal statt. Doch was sind die konkreten Ziele und Vorteile des Governor's Days?
Expert*innen aus Burkina Faso, Kambodscha, Äthiopien, Indien, Kenia und Malawi fanden sich zusammen, um in einem Workshop mit dem Titel "Inclusive Governance of Food Systems Transformation" zu integrativer Governance zu diskutieren. Daniel Montas, TMG Research, über die Erkentnisse.
Zum Auftakt der Welternährungswoche rund um den Welternährungstag am 16. Oktober eine eindeutige Botschaft: Kanzlerin Angela Merkel betont, dass der Kampf gegen den weltweiten Hunger nur mit internationaler Verantwortung und Solidarität erfolgreich sein wird.
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Der Ausschuss für Welternährungssicherheit (CFS) der Vereinten Nationen hat neue politische Empfehlungen für die Nutzung von Daten und digitalen Technologien im Zusammenhang mit globaler Ernährungssicherung verabschiedet. Wie geht es damit nun weiter?
Jede Sekunde verlieren wir weltweit wertvollen, gesunden Boden in der Größe von vier Fußballfeldern. Eine von vielen Tatsachen, die beim Festakt zum Welttag gegen Wüstenbildung und Dürre am 17. Juni 2024 einem breiten Publikum in Bonn und weltweit über einen Livestream aufgezeigt wurden. Gefeiert wurde das 30-jährige Jubiläum der Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) in der Bonner Bundeskunsthalle.
Beim Women Leadership Programm im Mai 2024 haben sich wieder rund 20 Frauen aus afrikanischen Ländern und Deutschland zu einem einwöchigen Workshop in Bayern getroffen, um fit für die Führung in ihren Organisationen zu werden. Ein Thema, das die Frauen länderübergreifend beschäftigt, ist der Klimawandel, aber auch Gewalt gegen Frauen und ihre Benachteiligung in der Landwirtschaft.
Die größte junge Generation Afrikas hat das Potenzial, die Landwirtschaft nachhaltig zu verändern. Junge Unternehmer*innen wie Febelsa in Mosambik bauen landwirtschaftliche Betriebe auf, die das lokale Wachstum fördern.
Ein Beitrag von Emmanuel Atamba & Larissa Stiem-Bhatia
Auf Basis von Gesprächen mit kenianischen Expert*innen veröffentlicht TMG Research ein Kurzdossier, das die Stärkung von Koordinierungsmechanismen für die Governance von Ernährungssystemen hervorhebt. Emmanuel Atamba und Larissa Stiem-Bhatia von TMG Research fassen die Ergebnisse zusammen.
Anlässlich der COP16 stellt die UNCCD in der #HerLand-Kampagne Frauen als Schlüsselakteure zum Erhalt von Böden und zur Bekämpfung von Dürren in den Fokus. Auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat zur Kampagne beigetragen und sich auf die Sicherung der Landrechte von Frauen konzentriert.
Im Mai fand die diesjährige „Partners for Change – SOILutions for a Food Secure, Resilient, and Sustainable Future“ Konferenz statt. Kah Walla, Moderatorin der Konferenz und Direktorin von Strategies!, fasst die Diskussionen zusammen und betont, dass gesunde Böden nicht nur die Grundlage der Landwirtschaft sind, sondern das Fundament für eine widerstandsfähige, gerechte und klimafreundliche Zukunft bilden.
Starke Bauern sind der Schlüssel für eine eigenständige nachhaltige Entwicklung. Dadurch können Sie ihre eigenen Interessen gegenüber Marktpartnern und der Politik wirkungsvoller durchsetzen. Soziale Innovationen können gemäß Andreas Quiring helfen, die tatsächlichen Bedürfnisse der betroffenen Bauern zum Maßstab zu machen.
Einheimischer Reis kostet in Togos Hauptstadt Lomé fast doppelt so viel wie die importierte Ware aus Thailand. Doch es gibt gute Gründe, das lokale Produkt zu bevorzugen.
Jehiel Oliver arbeitete erfolgreich im Consulting. Dann stieg er aus dem Investmentbanking aus und wurde Sozialunternehmer. Seine Mission: Traktoren für Afrika, und zwar auf Miete! Wie kam er darauf? Das beantwortet im Gespräch mit Jan Rübel.
Ein Interview mit Shamika Mone (INOFO) und Elizabeth Nsimadala (EAFF)
Auf dem „UN Food Systems Summit‟ im September 2021 waren landwirtschaftliche Verbände zum ersten Mal bis auf die höchste Ebene vertreten. Zwei Vertreterinnen sprechen über die Verbindung von persönlichen Aufgaben mit der Repräsentation regionaler Bedürfnisse und internationalen Verhandlungen.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die damit verbundenen Auswirkungen auf Nahrungsmittel-, Energie- und Düngemittelpreise beschäftigt Landwirt*innen in aller Welt. Junge Landwirt*innen, Bauernorganisationen und Politiker aus Kenia, dem Tschad und der Ukraine erzählen, wie es ihnen ergangen ist und was sie trotzdem in der Landwirtschaft hält.
Den Auftakt unter dem neuem Namen „Food4Transformation“ machen vier Gesprächspartner*innen, die sich mit unterschiedlichen Perspektiven dieselben drei Frage stellen. "Frauen und junge Menschen brauchen Zugang zu Land. Und sie brauchen finanzielle Unterstützung, dieses Land zu bewirtschaften." - so Kolyang Palebele, Präsident der Panafrikanischen Bauernorganisation (PAFO) im Gespräch.
Wie kann ländliche Wirtschaft lebensfähig und modern werden? Eine Frage, der William Madudike, Jugendvertreter der Zimbabwe Farmers Union (ZFU) und selbst Kartoffelbauer nachgeht. Er argumentiert, dass die gesamte ländliche Wirtschaft und Akteure von den Erzeuger*innen bis zu den Verbraucher*innen in den Blick genommen werden müssen. Ein Interview über die initiative Rolle der Jugend.
Partnerschaften sind notwendig, um die vielfältigen Schocks für die Lebensmittelsysteme zu bewältigen – das sagt Dr. Jacqueline Mkindi, Präsidentin des Agriculture Council Tanzania (ACT) und Geschäftsführerin der Tanzanian Horticulture Association (TAHA).
In Himachal Pradesh, Indien, treten Naturkatastrophen immer häufiger auf und die klimatischen Bedingungen verändern sich – mit negativen Folgen für die Apfelproduktion und den Lebensunterhalt der Bauern aus. Ganzheitliche und mehrdimensionale Innovationsbündel sind für die gesamte Wertschöpfungskette erforderlich, um das Ernährungssystem zukünftig resilienter zu gestalten.
Deutsche und ugandische Landwirtinnen treffen in Mecklenburg-Vorpommern aufeinander und tauschen Erfahrungen aus – von modernen Melkständen bis zu den Herausforderungen weiblicher Mitbestimmung in der Landwirtschaft. Zwischen Ziegen, Lavendeleis und spannenden Diskussionen wird deutlich: Frauen können gemeinsam Großes bewirken, über Ländergrenzen und Generationen hinweg.
Die Nachfrage nach fair gehandeltem Kakao wächst – doch wie reagiert die Industrie? In einem Doppelinterview sprechen Claudia Brück, Vorständin von Fairtrade Deutschland, und Dr. Torben Erbrath, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie, über Fortschritte, Herausforderungen und die Frage, warum echte Veränderungen nur mit langfristigem Engagement entlang der gesamten Lieferkette gelingen.
Im Jahr 2025 feiern die GIZ und das Import Promotion Desk (IPD) zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit ihrem gemeinsamen Stand auf der BIOFACH-Messe in Nürnberg konnten sie über 300 Bio-Unternehmen aus Partnerländern auf dem europäischen Markt bekannt machen. Und die Reise geht weiter – trotz Herausforderungen auf dem globalen Markt.
Die ländliche Bevölkerung und vulnerable Gruppen sollten eingebunden werden bei der Umsetzung der Kampala Erklärung der Afrikanischen Union zur Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme. Das fordert der Soziologe Lawani Arouna, Vizepräsident des Regionalen Dachverbands der Bauernverbände in Westafrika (ROPPA).
Pratima Gurung setzt sich seit Jahren für die Rechte indigener Frauen mit Behinderungen ein – in Nepal, Asien und weltweit. Im Interview spricht sie über Fortschritte, Herausforderungen und warum Inklusion ein globales Thema ist, das uns alle angeht. Ihr Appell: Politische Räume müssen inklusiv und intersektional gestaltet werden.
Entwicklungszusammenarbeit bringt Deutschland nichts? Da können die Bayerischen Landfrauen etwas anderes berichten. Ein Besuch bei einem Training mit Kleinbäuerinnen aus Kenia, Sambia und Uganda in Herrsching am Ammersee.
Die Vereinten Nationen planen einen Gipfel zu Ernährungssystemen - und nun diktiert das Corona-Virus die Agenda. Der Chefökonom des UN-Welternährungprogramms zieht eine aktuelle Bilanz. Ein Gespräch mit Jan Rübel über Pandemien, die Chromosomen der Entwicklung – und über die Konflikte, die sie hemmen.
Wie kann sich die Landwirtschaft in Afrika modernisieren? Und führt der Weg in die Städte wirklich raus aus der Armut? Dr. Reiner Klingholz vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung im Gespräch mit Jan Rübel .
Afrikas Bevölkerung ist jung und bereit, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Die Landwirtschaft bietet dafür große Entwicklungsmöglichkeiten. Die Bill & Melinda Gates Foundation will die kommende Generation auf diesem Weg unterstützen.
Was haben Elektrotechnik, Telekommunikation und Landwirtschaft gemeinsam? Sie wecken die Leidenschaft von Strive Masiyiwa: Vor 30 Jahren startete er mit 75 Dollar eine Elektroinstallationsfirma, surfte später als Pionier auf der Telekommunikationswelle – und engagiert sich heute für die Transformation afrikanischer Landwirtschaft.
Ein Interview mit Gnininkaboka Dabiré und Innocent Somé
Später einmal selbst Landwirt werden, oder doch lieber einen anderen Beruf ergreifen? Zwei Jugendliche aus Burkina-Faso sprachen mit Vertretern der Dreyer-Stiftung über die Höfe ihrer Eltern, das Berufsbild Bauer und die eigenen Zukunftspläne.
Waldrodungen schaden Mensch und Umwelt. Mit Baumschulen können Bauern Geld verdienen und dabei Gutes tun. Man muss nur wissen, wie es geht. Iris Manner, Medienreferentin bei World Vision Deutschland, gibt einen Einblick.
Die Sojabohne ist eine natürliche Ackerfrucht, aus der man ein Menge Lebensmittel herstellen kann. Also startete Tata Bi erst alleine, dann mit einigen anderen Frauen einen kleinen Weiterverarbeitungsbetrieb, der den Frauen ganzjährig eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem Verkauf der Sojabohnen bietet.
Die Mehrheit der Produzierenden in Entwicklungsländern sind Frauen. Obwohl sie maßgeblich zur Ernährungssicherheit ihrer Familien beitragen, sind sie in der männerdominierten Landwirtschaft nach wie vor chronisch benachteiligt beim Zugang zu Land, Krediten, Technologien und Bildung.
Ein Beitrag von Nadine Babatounde und Anne Floquet (MISEREOR)
Um Mangelernährung bei Kleinkindern vorzubeugen und die Rolle der Frauen in ihren Gemeinschaften zu stärken, setzt Misereor gemeinsam mit der lokalen Nichtregierungsorganisation CEBEDES ein Programm zu integrierten Hausgärten in Benin um - eine Bilderstrecke.
Was passiert, wenn junge Leute den Ländlichen Raum verlassen? Wie erreicht eine Region den so genannten demografischen Bonus – und wie erntet sie die demografische Dividende? Eine Reise in die Welt der Bevölkerungswissenschaft zeigt: Am wichtigsten ist die Stärkung von Frauenrechten und Bildung.
Ein Beitrag von Essa Chanie Mussa (University of Gondar)
Junge Menschen brauchen reale Chancen zur Entwicklung, um der Armut zu entkommen und ihre Ziele zu verwirklichen. Regierungen, politische Entscheidungsträger, internationale Entwicklungspartner und Spender stehen in der Verantwortung, neue Strategien zu entwickeln.
Ausbleibende Saisonarbeitskräfte und Virenexplosion in Schlachthöfen, steigende Gemüsepreise, Klimakrise - all das macht deutlich, was eigentlich schon seit Jahrzehnten klar ist: unser Ernährungssystem ist zwar hoch produktiv. Es ist aber nicht resilient.
Die ein Pilotprojekt zur Menstruationshygieneim ländlichen Malawi stärkt ländliche Frauen im Agrarsektor durch Hygieneprodukte und trägt dabei zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf dem Land bei.
Wie kann man mit erfolgreichen Ansätzen zur Ernährungssicherung mehr Menschen erreichen? In Berlin befasste sich eine internationale Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Internationaler Zusammenarbeit (GIZ) mit diesem Thema.
Auf der Grünen Woche besuchen Schulklassen im Stundentakt das Areal von BMZ, Brot für die Welt und Misereor. Dort rücken die globalen Herausforderungen durch die Ernährungssysteme ganz nah heran. Ein Spaziergang – von Journalist Jan Rübel.
Weltweit gerät die Landwirtschaft unter Druck: Bakterien, Viren und Insekten machen dem Anbau zu schaffen. In Palästina forscht Dr. Rana Samara von der Palästinensischen Akademie für Wissenschaft und Technologie nach Lösungen für das Problem. Und findet sie in der Natur selbst.
Die VR-Brille ist wohl kaum ein herkömmliches Instrument in der Agrarwirtschaft: Seit drei Jahren wird sie in ländlichen Gebieten von Burkina Faso und Kamerun als Schulungsmittel für nachhaltige Baumwollanbau eingesetzt.
Zwei neue Podcast-Formate der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) machen Geschichten aus der Projektarbeit vor Ort hörbar: "Over to you!" aus Malawi und "Voices of Change – Beneficiary Story Book" aus Sambia. Im Zentrum stehen die Gesichter, die hinter dem Wandel zu einer nachhaltigen Ernährungssicherung stecken.
In afrikanischen Ländern besteht nach wie vor ein enormes geschlechtsspezifisches Gefälle beim Zugang zu Arbeit und Kapital. Was sind die Folgen von Covid-19 für die dortigen Frauen? Jan Rübel befragte Léa Rouanet zu Lockdowns und genderbasierter Gewalt. Die Ökonomin arbeitet im Africa Gender Innovation Lab der Weltbank.
110 Teilnehmer*innen aus 120 Nationen haben sich auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) über die Herausforderungen bei der Welternährung ausgetauscht. Sie stellten sich der wichtigen Frage: Wie können Ernährungssysteme der Gesundheit von Mensch und Planet zugleich dienen?
Eine schnelle und kostengünstige Methodik berechnet existenzsichernde Einkommen und Löhne für eine Vielzahl an Ländern. Die GIZ hat zusammen mit Fairtrade International und Richard und Martha Anker ein Instrument zu geben, mit dem Unternehmen Einkommens- und Lohnlücken einfacher analysieren können.
In seinem dritten Jahr zeigt der Supermarkt-Check der Organisation Oxfam vor allem einen klaren Trend auf: Es geht! Supermärkte im Norden können ihre bisherigen Geschäftspolitiken ändern und stärker auf die Rechte derjenigen Menschen in aller Welt ausrichten, die Lebensmittel anbauen und ernten.Es geht aber nicht ohne Druck.
Afrika hat hervorragende Voraussetzungen, Landwirtschaft zu seinem Wirtschaftsmotor zu entwickeln. Doch das Potential dafür wird bei weitem nicht ausgeschöpft, unter anderem weil Frauen bei der Ausübung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit auf erhebliche Hindernisse treffen. Die Organisation AWAN Afrika will diesen Umstand ändern.
Ein Beitrag von Dr. Kathleen Mar und Dr. Nicole de Paula
Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie erfährt das Thema Gesundheit eine noch nie dagewesene öffentliche und politische Aufmerksamkeit. Gleichwohl verdient der Umstand, dass auch der Klimawandel die umwelt- und gesellschaftsbezogenen Gesundheitsfaktoren in tiefgreifender und weitreichender Weise beeinflusst, weitere Beachtung.
Ein Interview mit Francisco Marí (Brot für die Welt)
Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt beteiligte sich nicht am UNFSS Pre-Summit in Rom. Stattdessen nahm die Organisation an einem Gegengipfel teil, der zeitgleich stattfand. Ein Gespräch mit Francisco Marí über die Gründe, den Ablauf – und wie es nun weitergeht.
Interview mit Martina Fleckenstein (WWF), Michael Kühn (WHH) und Christel Weller-Molongua (GIZ)
Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel: Zum ersten Mal richten die Vereinten Nationen einen Summit zu Ernährungssystemen aus. Im Interview ziehen Martina Fleckenstein, Michael Kühn und Christel Weller-Molongua gemeinsam Bilanz.
Kurz vor dem Ausscheiden aus seinem Amt als Generaldirektor des IFPR spricht Shenggen Fan über nötige Reformen und Vorgehensweisen, um die globale Ernährungssicherheit im kommenden Jahrzehnt zu erreichen. Für SEWOH zieht der Agrarexperte Bilanz - was ist nun zu tun?
Bei der Klimakonferenz in Glasgow demonstrierten Aktivist:innen zahlreicher Gruppen – mit dabei Leonie Bremer von „Fridays for Future“. Wie können Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit zusammengehen?
Die kamerunische Gender- und Friedensaktivistin Marthe Wandou über die Rolle von Frauen und Mädchen in der Entwicklungspolitik – damals und in Zukunft.
Beim Nachhaltigkeitspodcast “Vom Feld ins Regal“ fordert Marie Nasemann neue Anläufe zum Durchbruch von fairer Mode. Ein Abend über verbrannte Retouren, filterlose Waschmaschinen und viel Luft nach oben.
Drei Unternehmerinnen aus Mosambik, Sri Lanka und Uganda erzählen, wie sie ihr Bio-Geschäft von Grund auf neu aufgebaut haben und nun Baobab-Öl, Gotukola-Pulver und Shea-Butter auf internationalen Märkten verkaufen – und sie erklären, warum ihr Geschäft zu fast 100 Prozent weiblich ist.
Wenn Frauen die Konrolle über die Ressourcen eines Haushalts haben und das Einkommen verwalten, führt das meist zu einer ausgewogeneren und gesünderen Ernährung der Familie. Doch oft liegt die Entscheidungsgewalt bei den Männern. Wie kann diese Geschlechterungleichheit aufgebrochen werden? Einblicke in die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Projektarbeit zu Gender-transformativen Ansätzen gibt das Globalvorhaben Ernährungssicherung und Resilienzstärkung der GIZ.
Agri-Photovoltaik kombiniert photovoltaische Stromerzeugung mit landwirtschaftlicher Produktion, ermöglicht eine effizientere Landnutzung und fördert Stromerzeugung durch integrierte Nahrungsmittel-, Energie- und Wassersysteme. Dies kann vor allem für Länder im Globalen Süden interessant sein, wo die Elektrifizierungsrate in ländlichen Gebieten oft niedrig ist und die Ernährungssicherheit verbessert werden muss.
Die Trockengebiete Afrikas sind wie geschaffen für die Erzeugung von Solar- und Windenergie – vor allem angesichts des aktuellen Hypes um grünen Wasserstoff. Hirtengemeinschaften sind hierbei jedoch oft im Nachteil. Unser Autor geht auf die entstehenden Konflikte ein und beschreibt, wie ein gedeihliches Miteinander von Ökostromprojekten und den Gemeinschaften aussehen könnte.
Die Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine haben es vielen Ländern ermöglicht, neue Exportmärkte für ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erschließen. Kleinbäuerliche Betriebe sind dabei jedoch weitgehend außen vor geblieben. Wie sich das ändern lässt, erläutert Dr. Niladri Sekhar Bagchi anhand seiner Erfahrungen in Indien.
Rose Okello ist eine Matoke-Bäuerin und alleinerziehende Mutter, die in einem Dorf in der Nähe von Mbarara, einer Stadt im Süden Ugandas, lebt. Um sicherzustellen, dass sie die Lebensmittel für ihre Familie, die Schulgebühren für ihre Kinder und andere Ausgaben pünktlich bezahlen kann, nutzt Rose verschiedene Finanzdienstleistungen. Ihre Geschichte zeichnet Hürden aber auch Hoffnung für Frauen in der Agrarwirtschaft.
Ein Gespräch mit Carmen Torres Ledezma & Oluwaseyi Kehinde-Peters
Female Leadership ist ein zentraler Baustein für die Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen. Darum ist von größter Bedeutung, geschlechtersensible Ansätze voranzubringen, um die Präsenz von Frauen in Führungspositionen in der landwirtschaftlichen Produktion zu steigern und diese Systeme gerechter, nachhaltiger und resilienter zu gestalten.
Studien zeigen: Frauen wirtschaften in der Landwirtschaft oft effizienter und nachhaltiger. Hätten sie denselben Zugang zu Produktionsmitteln wie Männer, könnten die landwirtschaftlichen Erträge um bis zu 30 Prozent steigen. Doch es geht um mehr als Produktivität. Wie können gender-transformative Ansätze (GTA) den Wandel vorantreiben und warum sind sie entscheidend für einen nachhaltigen Wandel?
Ein Gespräch mit Caroline Kayanja, Dr. Eileen Nchanji & Theresa Herbold
Ohne die Überwindung struktureller Geschlechterungleichheiten ist eine Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen nicht möglich. Im Gespräch reflektieren Caroline Kayanja (UCOBAC), Dr. Eileen Nchanji (CIAT) und Theresa Herbold (Entwicklungsministerium) die zentralen Herausforderungen und Lösungsansätze – von Landzugang und Repräsentation bis hin zu frauengeführten Kollektiven und innovativen Technologien.
In ihrer neuen Studie analysiert die internationale Hilfsorganisation CARE, wie die wirtschaftlichen und sozialen Barrieren, mit denen Frauen konfrontiert sind, das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erheblich verringern. Denn beim derzeitigen Tempo würde es 152 Jahre dauern, um die ökonomische Lücke zwischen Frauen und Männern zu schließen – und das, obwohl es äußerst profitabel für die Wirtschaft wäre, diese Lücke zu schließen.
Damit alle in der Lieferkette profitieren, kommt es darauf an, dass Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten. Wie messbar die Erfolge solcher Partnerschaften sind, zeigen die folgenden sechs Projekte: Sie machen vor, wie Kooperationen mit der Wirtschaft Lieferketten Schritt für Schritt gerechter, resilienter und nachhaltiger gestalten.
Wie lassen sich Ernährungssysteme resilienter gestalten? Ernährungsexpertin Stacia Nordin spricht über Diversifizierung, Zusammenarbeit und die Rolle unterschiedlicher Akteure bei nachhaltigem Wandel – und darüber, was in Zeiten anhaltender Krisen Hoffnung gibt.
Das Internationale Jahr der Landwirtin (IYWF), das von den Vereinten Nationen für 2026 ausgerufen wurde, ist mehr als ein symbolischer Moment. Es ist eine politische Chance – und eine Verantwortung – für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Das betonte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf der Grünen Woche in Berlin.
Ernährungssysteme werden häufig auf Produktion und Handel reduziert. Mary Karanu von der Welthungerhilfe in Kenia zeigt, dass sie zugleich soziale und politische Ordnungen widerspiegeln und Machtverhältnisse, die Anerkennung von Arbeit sowie strukturelle Verwundbarkeit in kleinbäuerlichen Kontexten in Afrika und globalen Lieferketten prägen.
Klimaanpassung, jugendliches Empowerment und Ernährungssysteme treffen auf herausfordernde soziale und politische Rahmenbedingungen. In diesem Interview zeigt Lucky Andrianirina, wie junge Menschen in Madagaskar strukturelle Hürden überwinden, globale Agenden in lokales Handeln übersetzen und Landwirtschaft als Raum von Handlungsmacht und Hoffnung begreifen.
Ernährungssysteme strukturieren soziale Wirklichkeiten. Ob rechtliche Ansprüche durchgesetzt werden können, hängt auch vom Zugang zu juristischen Institutionen ab. Camara Castro von der Amka Africa Justice Initiative diskutiert, wie rechtliche Arbeit in Kenia die Diskrepanz zwischen Recht und Lebensrealität verringert und Agrar- und Ernährungssysteme gerechter macht.
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