Die Politik des Agrarhandels

In der aktuellen Weltlage, in der sich die globale Ordnung im Umbruch befindet, hat sich die Anfälligkeit des internationalen Agrarhandels für politische Entscheidungen, logistische Störungen und geopolitische Spannungen deutlich gezeigt. In einem vernetzten System führen solche Schocks schnell zu Preissprüngen, Engpässen und wachsender Ernährungsunsicherheit. Agrarhandel ist dabei mehr als Warenaustausch: Er bewegt sich im Spannungsfeld von Macht, Interessen und globaler Governance. Gleichzeitig bleibt er zentral für funktionierende Ernährungssysteme. Richtig gestaltet kann er Schocks abfedern, Märkte verbinden und Ernährungssicherheit stärken. Diese Special Edition zeigt, wie Agrarhandel resilienter, gerechter und nachhaltiger werden kann.

Moses Vilakati (Afrikanische Union), Mathias Mogge (Welthungerhilfe) und Debisi Araba (Akademiya2063) zeigen, welche Chancen sich aus einem strategisch neu gedachten afrikanisch-europäischen Handel ergeben. Gleichzeitig veranschaulichen BMZ, BMLEH und die Standards and Trade Development Facility (STDF), wie internationale Standards und Kooperationen dafür sorgen, dass Lebensmittel aus aller Welt sicher und verlässlich in unseren Supermärkten ankommen. Zudem zeigen Projekte weltweit, wie gerechte Wertschöpfung, verantwortungsvolle Lieferketten und nachhaltiger Umweltschutz im Agrarhandel umgesetzt werden – Einblicke liefern Tchibo, die African Fine Coffees Association (AFCA), Fairtrade Deutschland und Afrika sowie die GIZ aus Nigeria, Peru und Brasilien.

"Trotz all der Probleme mit den globalen Commons, vor denen wir heute stehen, können wir sie nicht ohne Multilateralismus, Zusammenarbeit und Handel lösen."

- Ngozi Okonjo‑Iweala, Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO)

Agrarhandel fair gestalten – weltweit, regional, lokal

Einblicke aus der Praxis und aus unterschiedlichen Perspektiven veranschaulichen, wie nachhaltige Produktion, Transparenz entlang von Lieferketten und der Schutz zentraler Ökosysteme zu einem resilienten und gerechten Agrarhandel beitragen.

Die Fazenda Barbosa im brasilianischen Cerrado. © Fabio Barong

Vom Hafen in den Cerrado: Sojahandel mit Brasilien neu denken

Ein Beitrag der Sustainable Agricultural Supply Chain Initiative

Vom Hafen bis in die Landschaften des Cerrado durchläuft brasilianisches Soja komplexe Lieferketten, die von globaler Nachfrage und neuen Nachhaltigkeitsregeln geprägt sind. Verfolgt man die Ware vom Hafen von Itaqui zurück bis zu ihrem Ursprung, wird sichtbar, wie eng Handel, Politik und lokale Lebensgrundlagen miteinander verwoben sind.

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Tomatenhändler*innen auf dem Mile 12 Markt in Lagos, Nigeria. © GIZ

Regionaler Agrarhandel: Westafrikas verborgenes Powerhouse

Ein Artikel von Pierre Pascal Cerdan Castagnola

Jeden Tag überqueren Lebensmittel weitgehend unbeachtet die Grenzen Westafrikas. Ein Großteil davon taucht in keiner offiziellen Statistik auf. Sie versorgen Städte, sichern bäuerliche Einkommen und stabilisieren Märkte. Wer den regionalen Agrarhandel versteht, erkennt seine zentrale Bedeutung für Ernährungssicherheit und Resilienz.

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Landwirtschaft in der Nähe von Mwanza, Tansania. © GIZ / Fabiana Anabel Woywod

„Verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln ist kein Zusatz“

Ein Gespräch mit Bettina von Reden und Zachary Kiarie

Nachhaltige Lieferketten nutzen Allen – nur über die Umsetzung herrschen viele Meinungen. Die Organisation Fairtrade wirbt für einen Ansatz: HREDD. Was steckt dahinter? Ein Gespräch mit Fairtrade Afrika und Fairtrade Deutschland.

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María, "Cupperin" bei CEMCAVIR, bewertet die Kaffeequalität in Villa Rica, Pasco. © Jil Schütze / GIZ

Starke Wurzeln: Frauen gestalten die Zukunft des Kaffees in Peru

Ein Beitrag der GIZ Peru

In der Region Selva Central in Peru treiben Frauen im Kaffeeanbau nachhaltige Modelle voran, die den Amazonas schützen und verantwortungsvolle Wertschöpfungsketten stärken – unterstützt durch internationale Zusammenarbeit.

 

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