Weidelandschaften bedecken bis zu 54 % der globalen Landoberfläche, und der Pastoralismus zählt zu den ältesten Formen der Landnutzung – dennoch findet er nur selten Beachtung. Nun haben die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum International Year of Rangelands and Pastoralists (IYRP) ausgerufen. Was hat die Organisation zu diesem Schritt bewogen? Und was benötigen pastoralistische Gemeinschaften tatsächlich? Drei Expert*innen geben Einblicke.
Jan Rübel ist Autor bei Zeitenspiegel Reportagen, Kolumnist bei Yahoo und Reporter für überregionale Zeitungen und Zeitschriften. Er studierte Islamwissenschaft und Nahostgeschichte.
Jacob Lekaitogo ist ein junger Pastoralist aus Kenia, der sich für ein nachhaltiges Weidemanagement sowie die stärkere Einbindung von Jugendlichen in pastoralen Systemen einsetzt.
Monicah Yator ist eine Aktivistin für indigene Rechte und Gründerin der Indigenous Women and Girls Initiative (IWGI) in Kenia. Mit über 15 Jahren Erfahrung in den Landschaften von Baringo liegt ihr fachlicher Schwerpunkt auf Agroökologie und regenerativem Weidemanagement.
Warum wurde das International Year of Rangelands and Pastoralists ausgerufen?
Dr. Huyam Salih: Weltweit richtet sich zunehmend Aufmerksamkeit auf pastoralistische Systeme. Analysen von Treibhausgasemissionen zeigen, dass Pastoralismus zu den ökologisch nachhaltigsten Nutzungsformen gehört. Er ist ressourcenschonend und an natürliche Kreisläufe angepasst. Umso wichtiger ist es, Weiseflächen zu stärken und pastoralistische Gemeinschaften stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Der Erhalt dieser Ökosysteme leistet einen zentralen Beitrag sowohl zur Klimaanpassung als auch zum Klimaschutz. Pastoralist*innen sind dabei weit mehr als Tierhalter*innen – sie sichern essenzielle Ernährungsgrundlagen, insbesondere in Afrika, wo Mangelernährung weiterhin verbreitet ist.
Rund 300 Millionen Menschen sind auf Pastoralismus angewiesen, der etwa 43 % der Fläche des Kontinents umfasst. Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung ist es an der Zeit, ihre Stimmen stärker ins Zentrum zu rücken.
Werden die Perspektiven von Pastoralist*innen ausreichend in Entscheidungsprozesse rund um Weidelandschaften einbezogen? Und was erschwert ein nachhaltiges Weidemanagement?
Dr. Salih: Es gibt durchaus Bemühungen, pastoralistische Stimmen sichtbarer zu machen und ihre Rolle als transformative Kraft für Ernähungssicherheit und wirtschaftliche Entwicklung anzuerkennen. Dennoch bleiben die Herausforderungen erheblich. Neben schwer kontrollierbaren Faktoren wie dem Klimawandel nehmen Konflikte zwischen Pastoralist*innen und Bäuer*innen zu. Gleichzeitig sind pastorale Lebensweisen in politischen Rahmenwerken oft unzureichend berücksichtigt. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die unterschiedlichen Sektoren besser zu koordinieren, die für die Nachhaltigkeit und Resilienz von Weidelandschaften entscheidend sind.
Monicah Yator: Die Herausforderungen sind vielfältig. Der Klimawandel führt zu intensiven Regenfällen, gefolgt von langen Dürreperioden, was massive Bodenerosion auslöst. Nutzbare Weideflächen schrumpfen, während der Wettbewerb um Ressourcen zunimmt. Dies begünstigt Konflikte zwischen Gemeinschaften, die durch die Verbreitung von Schusswaffen zusätzlich verschärft werden. Gleichzeitig haben traditionelle Governance-Strukturen an Einfluss verloren. Früher regelten Älteste die Rotationsnutzung von Weideland, heute geschieht das kaum noch. Dadurch wachsen Spannungen zwischen den Generationen. Dieses Wissen geht zunehmend verloren, da jüngere Generationen keinen Zugang mehr zu diesen Praktiken haben.
Wie würden Sie das Leben von Pastoralist*innen beschreiben?
Jacob Lekaitogo: Es ist tief in Identität und Kultur verankert. Pastoralismus ist nicht nur eine Erwerbsform, sondern ein eigenständiges ökonomisches System. Es funktioniert weitgehend unabhängig von externen Inputfaktoren und bildet ein in sich geschlossenes Gefüge. Die Einstiegshürden sind vergleichsweise gering, sodass auch weniger privilegierte Mitglieder einer Gemeinschaft daran teilhaben und erfolgreich sein können.
Pastoralismus ist nicht nur eine Lebensgrundlage, sondern eine Lebensweise mit starker kultureller Bindung. Er prägt das gesamte soziale Gefüge, da Gemeinschaften von klein auf in die Führsorge für Tiere eingebunden werden. Gleichzeitig haben sich einige durch Bildung und Ausbildung neue Wege erschlossen – sie kombinieren Viehhaltung mit Ackerbau. – Monicah Yator
Frau Yator, Sie haben die Konflikte zwischen Bäuer*innen und Pastoralist*innen bereits angesprochen – eine der komplexesten Krisen auf dem Kontinent. In Ihrem Land berichten fast 40 % der Haushalte in pastoral geprägten Regionen, dass ihre Viehwirtschaft direkt von bewaffneten Konflikten betroffen ist. Sehen Sie grundsätzlich Möglichkeiten, diese Konflikte zu lösen?
Yator: Unbedingt. Ein Zusammenleben in gegenseitiger Abhängigkeit ist unverzichtbar. Viehhalter*innen liefern Milch und Fleisch, während Ackerbäuer*innen pflanzliche Nahrungsmittel produzieren. Diese Systeme müssen in ein Gleichgewicht gebracht werden – sie sind eng miteinander verflochten.
Welche Entwicklungen werden pastoralistische Systeme in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich am stärksten verändern – im Positiven wie im Negativen?
Lekaitogo: Wenn die pastoralistische Jugend nicht einbezogen wird, droht das gesamte System zu kollabieren. Regierungen müssen Pastoralismus als tragfähiges System anerkennen – nicht als bloße Ausweichstrategie. Ebenso zentral sind Landrechte und Landzugang. Ohne Land hat der Pastoralismus keine Zukunft.
Dr. Salih: Dem stimme ich zu. Auf kontinentaler Ebene hat die Afrikanische Union bereits 2010 mit dem Policy Framework for Pastoralism in Africa einen wichtigen Schritt getan, indem Pastoralist*innen nicht länger als Problem, sondern als handelnde Akteur*innen verstanden werden. Dieser Perspektivwechsel ist entscheidend und muss weitergeführt werden. Statt fragmentierter Ansätze brauchen wir eine integrierte politische Architektur. Regionale Integration ist dabei zentral, da Pastoralist*innen mobil sind und Grenzen überschreiten. Politische Strategien müssen konsequent in konkrete Maßnahmen übersetzt werden. Wenn wir Pastoralist*innen als Akteur*innen begreifen, stellt sich automatisch die Frage, wie nachhaltige Praktiken, Ressourcenschutz und Klimaanpassung gezielt unterstützt werden können. Dieser Ansatz sollte sich in allen politischen Entscheidungen, Projekten und nationalen Programmen widerspiegeln, die pastorale Systeme betreffen.
Kehren wir zur Initiative der Vereinten Nationen zurück, die in diesem Jahr Weidelandschaften und Pastoralismus in den Fokus rückt. Was erwarten Sie sich davon?
Yator: Für dieses International Year of Rangelands and Pastoralists ist es entscheidend, die junge Generation zu stärken. Kinder und Jugendliche sollten über ihre Rechte aufgeklärt werden und verstehen, welchen Beitrag sie zu globalen Entwicklungsagenden leisten können. Hier liegt ein enormes Potenzial, das bislang bei weitem nicht ausgeschöpft ist. Gleichzeitig braucht es mehr Bewusstsein für die Bedeutung des Pastoralismus – insbesondere auf politischer Ebene. Weidelandschaften werden nach wie vor unterschätzt, vor allem im Vergleich zu Wäldern. In Kenia etwa liegt der Fokus stark auf regenabhängigen Regionen und groß angelegten Aufforstungsprogrammen, während die Wiederherstellung von Weideland häufig vernachlässigt wird. Um Landdegradation wirksam zu begegnen, brauchen wir daher umfassende Bottom-up-Prozesse, die ganze Regionen stärken und die Stimmen pastoralistischer Gemeinschaften in nationale Politiken einbringen.
Was ist notwendig, um diese Dynamik in strukturelle Veränderungen zu überführen?
Dr. Salih: Grenzüberschreitende Mobilität von Pastoralist*innen muss durch regionale Governance-Modelle unterstützt werden. Wir arbeiten an Projekten, die sowohl das Management von Weidelandschaften als auch die Vermarktung pastoralistischer Produkte stärken. Darin liegt eine große Chance, den Wert pastoraler Systeme sichtbar zu machen – nicht nur für die Gemeinschaften selbst, sondern auch für den Privatsektor, der Viehprodukte verarbeitet und vertreibt. Wenn die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieses Sektors deutlicher wird, kann das auch Finanzinstitutionen dazu bewegen, spezifische Angebote zu entwickeln. Gleichzeitig müssen bewährte Praktiken zur Klimaanpassung und -minderung stärker verbreitet werden.
Können Sie ein konkretes Beispiel für solche bewährten Praktiken nennen?
Lekaitogo: Pastoralist*innen praktizieren bereits hochentwickelte Formen des Umgangs mit ihrer Umwelt – sie wurden nur lange nicht als solche anerkannt. Gute Praktiken sollten nicht einfach von außen übernommen werden. Westliche Agrarmodelle funktionieren in afrikanischen Kontexten oft nicht. Der Klimawandel zwingt zur Anpassung; einige Nutztierrassen sind inzwischen zu anfällig geworden. Gleichzeitig entstehen neue Strategien. In Laikipia, meiner Herkunftsregion in Zentralkenia, haben viele Pastoralist*innen begonnen, zusätzlich Ackerbau zu betreiben. Die Region ist geprägt von Savannen, Buschland und Schluchten und vereint Naturschutz, kommerzielle Landwirtschaft und traditionelle Viehwirtschaft. Genau hier zeigen sich produktive Lernprozesse: Wenn Dürreperioden den Viehbestand dezimieren, können Haushalte über den Ackerbau weiterhin Einkommen generieren und dieses wieder in die Viehwirtschaft investieren.
Wie blickt die jüngere Generation auf diese Entwicklungen?
Lekaitogo: Für viele junge Menschen stellt die zunehmende Fragmentierung von Land ein großes Problem dar. Individuelle Landtitel führen oft zur Einhegung von Flächen, was die Mobilität einschränkt. Unter solchen Bedingungen wird Pastoralismus zunehmend fragil.
Yator: Aus feministischer Perspektive zeigt sich zudem, dass Frauen oft nicht in gleichem Maße vom Pastoralismus profitieren, da dieser traditionell männlich dominiert ist. Bildung und das Bewusstsein für Frauenrechte sind daher zentral. Es existieren zwar gesetzliche Schutzmechanismen, doch es braucht stärkere Verankerung auf Gemeinschaftsebene, wirtschaftliche Bildung und besseren Zugang zu Kapital, damit Frauen eigene wirtschaftliche Aktivitäten aufbauen können.
Sehen Sie Fortschritte?
Yator: Ja. Ich selbst bin Pastoralistin, und mein Mann unterstützt meine Arbeit. Bildung und das Bewusstsein für meine Rechte haben das möglich gemacht. Dieses Wissen gebe ich an meine Tochter weiter.
Und wie verhält sich Ihre Erfahrung im Vergleich zu anderen Frauen in ähnlichen Kontexten?
Yator: Zunehmend sind Frauen nicht mehr nur stille Beobachterinnen bei Gemeinschaftsversammlungen. Durch lokale Mobilisierung beteiligen sich mehr Frauen an traditionellen Entscheidungsstrukturen wie dem Kokwet oder Gemeinderäten. Bildung ist dabei der entscheidende Faktor: Immer mehr pastoralistische Mädchen bleiben länger in der Schule, was frühe Verheiratung verhindert und ihnen das Wissen vermittelt, dass Rechte keine „Zugeständnisse“ sind, sondern grundlegende Ansprüche.
Und dieses Empowerment hat auch wirtschaftliche Folgen, oder?
Yator: Absolut. Wie Jacob bereits erwähnt hat, wenden sich viele Pastoralist*innen zusätzlich dem Ackerbau zu – und Frauen spielen dabei eine führende Rolle, insbesondere im Bereich der Agroökologie. Durch Saatgutbanken und Hausgärten schaffen sie eigene Einkommensquellen und gewinnen dadurch auch mehr Verhandlungsmacht innerhalb des Haushalts.
Der Klimawandel beeinflusst Weidelandschaften und Pastoralismus schon lange, doch seine Auswirkungen scheinen sich zu verschärfen. Wie würden Sie diese Veränderungen in den letzten Jahren beschreiben?
Dr. Salih: Der Klimawandel greift auf vielen Ebenen ein, und seine Folgen verschärfen sich spürbar. Umso tragischer ist, dass die Herausforderungen, mit denen Pastoralist*innen konfrontiert sind, nicht aus ihrem eigenen Handeln resultieren, sondern aus Umweltveränderungen und politischen Versäumnissen. Dennoch gibt es Lösungsansätze, die stärker verfolgt werden müssen: Dazu gehören die Sicherstellung von Futtermitteln sowie eine bessere Vorbereitung auf Trockenperioden. Frühwarnsysteme müssen ausgebaut werden, damit Pastoralist*innen rechtzeitig wissen, wie viel Futter benötigt wird, bevor eine Dürre einsetzt. Regierungen sollten Datensysteme fördern, die Viehbestände und Bedarfe erfassen und mit Klimavorhersagen verknüpfen. Das ermöglicht vorausschauende Planung, Kooperationen mit privaten Anbietern sowie die gezielte Nutzung von Wasser- und Futterressourcen entlang von Migrationsrouten.
Funktioniert das bereits in der Praxis?
Dr. Salih: In sechs afrikanischen Ländern – Kamerun, Kenia, Nigeria, Somalia, Uganda und Simbabwe – wurden entsprechende Ansätze bereits umgesetzt. Doch sie müssen deutlich ausgeweitet werden. Regionale Koordination ist dabei entscheidend, da Länder Ressourcen wie Futtermittel untereinander austauschen können. Einige Regionen sind besser für die Produktion geeignet und können andere unterstützen. Zudem haben wir Multi-Stakeholder-Plattformen geschaffen, die Banken, Regierungen und pastoralistische Organisationen zusammenbringen. Daraus sind sogenannte „Deal Rooms“ entstanden, die insbesondere junge Menschen und Finanzinstitutionen ansprechen. Entscheidend ist, Pastoralismus auch als wirtschaftliches Modell zu begreifen – nur so lässt sich seine Zukunft langfristig sichern.
Sind junge Menschen offen für solche bewährten Praktiken? Und wie blicken sie in die Zukunft?
Lekaitogo: Junge Pastoralist*innen sind hoffnungsvoll, aber zugleich unsicher. Sie erkennen das Potenzial der Viehwirtschaft, sind jedoch frustriert über mangelnde Unterstützung, geringe Anerkennung und begrenzte Perspektiven.
Negative Stereotype über den Pastoralismus wirken zusätzlich entmutigend. Wenn Märkte schwach sind und Preise unfair, ziehen viele in Erwägung zu migrieren. Fehlen Würde und Anerkennung, wenden sich junge Menschen vom Pastoralismus ab.
Was würde ihnen helfen, dranzubleiben? Institutionelle Unterstützung?
Lekaitogo: Jugendinitiativen fehlt es an Investitionen und Vertrauen. Förderanträge sind oft bürokratisch und schwer zugänglich. Wenn junge Menschen Dokumente vorlegen sollen, die sie gar nicht besitzen, fühlen sie sich aus einem System ausgeschlossen, dem sie eigentlich angehören sollten.
Yator: Pastoralismus ist seit Langem marginalisiert. Wir müssen seinen wirtschaftlichen Wert stärker sichtbar machen und Anpassungsstrategien an den Klimawandel fördern. Versicherungen spielen dabei eine wichtige Rolle – Menschen müssen lernen, ihr Vieh abzusichern. Auch Universitäten sollten mehr Programme zu Pastoralismus und Viehwirtschaft anbieten.
Gibt es zu viel Bürokratie in Förderprogrammen?
Dr. Salih: Ja, Bürokratie ist ein zentrales Problem. Wir haben eine Plattform für junge Menschen im Viehsektor geschaffen und ein zehnjähriges Leitprogramm entwickelt, das durch einen von Gebern initiierten Fonds unterstützt wird, um nachhaltige private Finanzierung zu mobilisieren. Entwicklung kann nicht allein von Gebern abhängen. Dieser Fonds soll Jugendinitiativen stärken und ein förderliches Umfeld für pastorale Wirtschaftsformen schaffen.
Wie heißt diese Initiative?
Dr. Salih: Sie heißt Integrated Regional Livestock Value Chains. Afrikas Bevölkerung wächst stark, und obwohl der Kontinent tierische Produkte exportiert, werden rund 90 % des Konsums importiert. Der Markt ist enorm und wird bis 2050 weiter deutlich wachsen.
Bis 2050 wird sich die Bevölkerung Afrikas verdoppeln…
Dr. Salih: …und die Zukunft der Viehwirtschaft ist vielversprechend. Rund 30 % der Kinder in Afrika leiden an Proteinmangel. Das Potenzial ist enorm. Das Programm soll innovative pastorale Märkte fördern, insbesondere für junge Menschen, und gleichzeitig politische Rahmenbedingungen auf nationaler, regionaler und kontinentaler Ebene stärken.
Welche Investitionen oder Finanzierungsmechanismen sind entscheidend für die Entwicklung pastoralistischer Systeme?
Lekaitogo: Neunzig Prozent des in Kenia konsumierten Fleisches stammen aus ariden und semiariden Regionen. Wir müssen direkt in pastorale Lebensgrundlagen investieren – nicht, um den Pastoralismus zu verändern, sondern um ihn zu stärken. Wenn Mobilität zentral ist, muss Mobilität finanziert werden. Wenn Diversifizierung notwendig ist, muss sie unterstützt werden. Gemeinschaften halten unterschiedliche Tierarten, die an verschiedene Klimazonen angepasst sind – genau das sollte gefördert werden.
Yator: Viehwirtschaft ist das Rückgrat der Trockengebietsökonomien und trägt erheblich zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Wiederherstellung von Weidelandschaften kann Einkommen deutlich steigern.
Lekaitogo: Finanzmittel sollten direkt an Pastoralist*innen gehen, nicht über Zwischeninstanzen. Auch Innovation muss gezielt gefördert werden. Einige junge Menschen nutzen beispielsweise Elefantendung für die Pilzzucht und schaffen so neue Einkommensquellen. Andere entwickeln Methoden zur Fleischkonservierung, sodass es bis zu zwei Jahre haltbar bleibt. Solche Innovationen können junge Menschen anziehen und den Pastoralismus langfristig stärken.
Spiegeln sich solche Entwicklungen auch in anderen Regionen wider?
Dr. Salih: Ja, ähnliche Muster finden sich in Sudan, Somalia, Äthiopien und im Norden Kenias. Innovationen wie Lebensmittelkonservierung existieren vielerorts bereits, müssen aber stärker skaliert werden. Frustration unter jungen Menschen kann auch ein Motor für Innovation sein. Entscheidend ist, kontinentale Politiken, regionale Handelsintegration, Tiergesundheitssysteme und ein klimasensibles Weidemanagement besser aufeinander abzustimmen.
Das ist eine ganze Menge.
Dr. Salih: Es geht nicht nur darum, den Pastoralismus zu erhalten – wir erschließen inklusives Wachstum für ganze Länder und den Kontinent. Die Afrikanische Union verfolgt dabei eine klare Vision: Pastoralist*innen sind keine bloßen Begünstigten, sondern zentrale Akteur*innen.
Was jetzt erforderlich ist, ist eine Verschiebung der Prioritäten. Erstens braucht es einen stärkeren politischen Willen, pastoralistische Systeme ins Zentrum des afrikanischen Agrarsektors zu rücken – verbunden mit einer realistischeren Bewertung ihres Beitrags zum landwirtschaftlichen Bruttoinlandsprodukt.
Zweitens ist eine wirksamere öffentliche Steuerung notwendig, um Weideland zu schützen und wiederherzustellen, pastorale Routen sowie den Zugang zu Wasser zu sichern und zugleich private Investitionen zu ermöglichen. Dazu gehört auch, lokale Wertschöpfung zu stärken, etwa durch die Weiterverarbeitung tierischer Produkte, anstatt primär auf den Export lebender Tiere zu setzen – mit klaren Vorteilen für Beschäftigung, insbesondere für junge Menschen.
Drittens sind verstärkte Investitionen in Forschung erforderlich, um eine belastbare Datengrundlage zu Afrikas Treibhausgasemissionen zu schaffen, einschließlich der Rolle des Pastoralismus in unterschiedlichen Produktionssystemen. Diese Erkenntnisse sollten politische Entscheidungen fundieren, zugleich aber auch Anpassungsstrategien an den Klimawandel unterstützen, die in afrikanischen Kontexten verankert sind und den Wert indigenen Wissens für Klimaschutz und Resilienz anerkennen.
Mit Blick auf das Jahr 2050: Wie könnte ein resilientes, nachhaltiges und inklusives pastoralistisches System aussehen?
Lekaitogo: Ich sehe einen klimaresilienten Pastoralismus, der als moderne und tragfähige Lebensform anerkannt ist. Die Nachfrage nach Fleisch und tierischen Produkten wird hoch bleiben. Gleichzeitig werden junge Pastoralist*innen digital vernetzt sein, und indigenes Wissen wird größere Anerkennung finden.
Yator: Wir werden mehr junge Pastoralist*innen sehen und eine stärkere Integration ihrer Produkte in internationale Märkte, etwa im Nahen Osten und in Europa. Auch der wirtschaftliche Wert von Weidelandschaften wird zunehmend anerkannt werden.
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Auf dem Gipfel Nutrition for Growth 2025 in Paris stellt Team Europe – bestehend aus der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten – Ernährung als Motor für Resilienz, Gleichstellung und Menschenrechte ins Zentrum internationaler Politik. Über die Ergebnisse des Gipfels herrscht Einigkeit: mit starken Partnerschaften und innovativen Ansätzen aus Zusagen konkrete Fortschritte entstehen zu lassen.
Der weltweite Kampf gegen Mangelernährung braucht mehr als nur Worte – das zeigt der Nutrition for Growth Gipfel in Paris. Mit umfassenden Zusagen und klaren Forderungen ist ein Signal gesetzt: Gesunde Ernährung muss globale Priorität werden. Doch wie sehen das die Teilnehmenden aus Ländern wie dem Jemen oder Timor-Leste?
Klimawandel, schwindende Weideflächen und fehlende Investitionen setzen Hirtenvölker in Kenia zunehmend unter Druck. Jacinta Sajila Pamita, selbst Maasai und bei IMPACT Kenya tätig, fordert mehr Mitsprache für indigene Gemeinschaften, Investitionen in lokale Lösungen und eine stärkere Anerkennung ihres traditionellen Wissens. Denn nachhaltige Entwicklung, sagt sie, beginnt dort, wo die Menschen vor Ort selbst mitentscheiden.
Das Globale Programm für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit (GAFSP) wurde 2010 von den G20-Staaten als Reaktion auf die Nahrungsmittelpreiskrise 2008-09 ins Leben gerufen, um sowohl öffentliche als auch private Investitionen in die Landwirtschaft zu erhöhen. Ein Überblick über Ansatz, Ergebnisse und Wirkung des Programms.
Versicherungen könnten in Afrika Schutz während Dürren bieten. Wie genau, versucht die Branche herauszufinden. Erste Erfahrungen liegen vor. Ein Interview mit dem Geschäftsführer der Münchner Rück Stiftung, Thomas Loster
Der Welthunger-Index (WHI) 2020 zeigt: Die globale Gemeinschaft ist nicht auf Kurs, um das international gesteckte Ziel “Kein Hunger bis 2030” zu erreichen. Bei dieser derzeitigen Entwicklungsgeschwindigkeit werden etwa 37 Länder bis 2030 nicht einmal ein niedriges Hungerniveau erreichen.
110 Teilnehmer*innen aus 120 Nationen haben sich auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) über die Herausforderungen bei der Welternährung ausgetauscht. Sie stellten sich der wichtigen Frage: Wie können Ernährungssysteme der Gesundheit von Mensch und Planet zugleich dienen?
Eine Studie von Markus Hanisch, Agustina Malvido, Johanna Hansmann, Alexander Mewes, Moritz Reigl, Nicole Paganini (SLE)
Nach dem COVID-19-Lockdown: Wie marginalisierte Gemeinschaften in Food-Governance-Prozesse einbezogen werden könnten - eine Zusammenfassung der Ergebnisse einer digitalen und partizipativen Studie des SLE.
Der Jemen erlebt zurzeit eine der schlimmsten Katastrophen, durch anhaltende Kriege, Hunger und Krankheitsausbrüche. Die GIZ versucht die Ernährungssituation und Widerstandskraft der Jemeniten vor Ort zu verbessern.
Anfang Dezember 2018 traf sich der Vorstand von AGRA zu einer Sitzung in Berlin - das Spitzengremium der "Alliance for a Green Revolution in Africa" besprach die nächsten Schritte ihrer Politik. Doch wie soll das Agrarwesen Afrikas in zehn Jahren aussehen? Eine Frage - viele Antworten von Experten.
Neben den bekannten Folgen der Corona-Maßnahmen für Erwachsene, führten Schulschließungen dazu, dass weltweit 90 Prozent der Kinder nicht mehr die Schule besuchen konnten. Schulmahlzeiten sind jedoch vielerorts die einzige Mahlzeit für Kinder. Ohne Zugang zu diesem Sicherheitsnetz verschärfen sich für hunderte Millionen Kinder Hunger, Armut und Mangelernährung.
Während Afrika bislang die am wenigsten von Covid-19 betroffene Region war, steigen jetzt die bestätigten Infektionszahlen und Todesfälle schnell. Ungeachtet der enormen Herausforderungen, mit denen viele afrikanische Länder weiterhin kämpfen, zeugt die afrikanische Antwort auf die Coronavirus-Pandemie von Innovativität und Einfallsreichtum.
Corona erschwert das Ziel einer Welt ohne Hunger bis 2030 noch mehr. Damit diese Perspektive nicht aus dem Blickfeld gerät, muss Deutschland international eine stärkere Rolle spielen - eine Zusammenfassung des Strategischen Begleitkreises der SEWOH.
Vom Kreislaufsystem in Rwanda bis zur funktionierenden Kühlkette in Kenia: Das lab of tomorrow entwickelt mit einem Open-Innovation Ansatz Lösungen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.
In Sambia begegnet man dem Problem der Nachernteverluste in der Erdnuss-Wertschöpfungskette mit innovativen Ansätzen. Das Rapid Loss Appraisal Tool (RLAT) der GIZ kann dabei helfen, weitere solcher Ansätze zu entwickeln.
Die Klimakrise befeuert immer häufigere Ausbrüche von Heuschreckenplagen. Ein Plädoyer für einen Paradigmenwandel zur Prävention und Mitigation grenzübergreifender Krisen.
Seit einem Jahr ist Martin Frick Direktor des WFP-Büros in Berlin - und seitdem jagt eine Hungerkrise die andere. Was sind die Antworten des Diplomaten? Ein Gespräch über Chancen in der Landwirtschaft, das Zusammenspiel multipler Krisen, die Bedeutung von Resilienz und knappere Budgets.
Die Corona-Pandemie trifft die Volkswirtschaften weltweit sehr hart - doch die Entwicklung in afrikanischen Ländern ist durchaus divers. Es gibt unterschiedliche Geschwindigkeiten, Resilienzen und Verwundbarkeiten. Woran liegt das? Apl. Prof. Jann Lay vom GIGA-Institut gibt Antworten.
Ein Beitrag von Dr. Fatima Olanike Kareem und Dr. Olayinka Idowu Kareem
Hohe Agrarpreise betreffen Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen, wobei sich das Problem für letztere durch fehlende oder unzureichende Resilienzmaßnahmen noch verschärft. Dr. Fatima Olanike Kareem, AKADEMIYA2063, und Dr. Olayinka Idowu Kareem, Universität Hohenheim, diskutieren, was getan werden kann, um die negativen Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit abzumildern.
Der Irak hat viele Jahre unter Krieg, Sanktionen und Wirtschaftskrisen gelitten. Ally-Raza Qureshi vom Welternährungsprogramm im Irak sieht indes Fortschritte. Doch nun machen sich die Auswirkungen des Klimawandels im Lande bemerkbar. Was ist zu tun?
Die Welt erlebt derzeit eine historische Ernährungskrise. Hohe Düngemittelpreise sind Teil des Problems. Neben den notwendigen kurzfristigen Hilfsmaßnahmen sollte die Krise genutzt werden, um längerfristige Düngungsstrategien für nachhaltige, insbesondere kleinbäuerliche Produktionssteigerungen im globalen Süden zu entwickeln und umzusetzen.
Frauen und Mädchen in von Armut betroffenen Ländern sind von den derzeitigen multiplen Krisen in besonderer Weise betroffen. Expert*innen des International Food Policy Research Institute (IFPRI) diskutieren die Zusammenhänge zwischen Geschlechtern, Resilienz und Ernährungssicherheit und untersuchen, wie die Resilienz von Frauen und Mädchen in Krisen gestärkt werden kann.
Städte spielen eine wichtige Rolle bei der Umgestaltung der Lebensmittelsysteme. Doch was genau sind die Potenziale und Herausforderungen? Ein Dreiergespräch zwischen Ruth Okowa (Gain), Delphine Larrousse (World Vegetable Center) und Conrad Graf von Hoyos (GIZ).
Die größte junge Generation Afrikas hat das Potenzial, die Landwirtschaft nachhaltig zu verändern. Junge Unternehmer*innen wie Febelsa in Mosambik bauen landwirtschaftliche Betriebe auf, die das lokale Wachstum fördern.
Vom 9. bis 11. Januar 2025 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union in Kampala, Uganda. Mit einer klaren Vision und konkreten Maßnahmen zielt die Kampala-Agenda darauf ab, die Agrar- und Ernährungssysteme des Kontinents bis 2035 klimaresistent, fair und zukunftsfähig zu machen.
Mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Idee gegen Mangelernährung: In Nairobi produziert Fabio Rappenecker mit seinem Startup TenX Nutrition Mandazi, die dank zugesetzter Mikronährstoffe zu einem echten Power-Gebäck werden. Das Ziel: Ernährungssicherheit durch lokale, bezahlbare und gesunde Lebensmittel stärken.
Im Süden Benins verarbeitet Julienne Sojabohnen zu Tofu. Statt von Subventionen abhängig zu sein, hat sie sich Schritt für Schritt ein eigenes Unternehmen aufgebaut. Ihr Weg verdeutlicht, wie lokale Finanzierung, gemeinsame Risikobewertung und unternehmerische Kompetenz zur Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen beitragen.
Wenn über (Klima-)Resilienz gesprochen wird, geht es häufig um Technologien, Finanzierung oder neue landwirtschaftliche Praktiken. Für Irish Baguilat, Koordinatorin für nachhaltige Landwirtschaft und die „Women Farmers’ Agenda“ bei der Asian Farmers’ Association for Sustainable Rural Development (AFA), beginnt Resilienz jedoch mit dem Zusammenspiel von Familien und Gemeinschaften.
Der Welternährungsausschuss (CFS) hat im Oktober Politikempfehlungen „Promoting Youth Engagement and Employment in Agriculture and Food Systems“ verabschiedet. Anke Oppermann beantwortet fünf Fragen zu Jugendbeschäftigung im Agrarsektor.
Auf der Grünen Woche besuchen Schulklassen im Stundentakt das Areal von BMZ, Brot für die Welt und Misereor. Dort rücken die globalen Herausforderungen durch die Ernährungssysteme ganz nah heran. Ein Spaziergang – von Journalist Jan Rübel.
Zusammen sind sie stärker: In vielen afrikanischen Ländern schließen sich junge Männer und Frauen zu Jugendorganisationen zusammen. Diese verhelfen der ländlichen Jugend zu einem existenzsichernden Einkommen im Agrar- und Ernährungssektor, und schaffen damit Zukunftsperspektiven im ländlichen Raum.
Wie kann ländliche Wirtschaft lebensfähig und modern werden? Eine Frage, der William Madudike, Jugendvertreter der Zimbabwe Farmers Union (ZFU) und selbst Kartoffelbauer nachgeht. Er argumentiert, dass die gesamte ländliche Wirtschaft und Akteure von den Erzeuger*innen bis zu den Verbraucher*innen in den Blick genommen werden müssen. Ein Interview über die initiative Rolle der Jugend.
Im Rahmen der „Let Me Tell You“-Reihe entdecken Kinder in ganz Sambia spannende Geschichten, die ihnen spielerisch zeigen, warum gutes Essen und gesunde Gewohnheiten – wie der Verzehr von Fisch – so wichtig sind. Lass uns gemeinsam in eine dieser Geschichten eintauchen …
Klimaanpassung, jugendliches Empowerment und Ernährungssysteme treffen auf herausfordernde soziale und politische Rahmenbedingungen. In diesem Interview zeigt Lucky Andrianirina, wie junge Menschen in Madagaskar strukturelle Hürden überwinden, globale Agenden in lokales Handeln übersetzen und Landwirtschaft als Raum von Handlungsmacht und Hoffnung begreifen.
Ernährungssysteme strukturieren soziale Wirklichkeiten. Ob rechtliche Ansprüche durchgesetzt werden können, hängt auch vom Zugang zu juristischen Institutionen ab. Camara Castro von der Amka Africa Justice Initiative diskutiert, wie rechtliche Arbeit in Kenia die Diskrepanz zwischen Recht und Lebensrealität verringert und Agrar- und Ernährungssysteme gerechter macht.
20 Jahre internationales Engagement, 10 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Die Andreas Hermes Akademie (AHA) hat einen ganz besonderen Meilenstein erreicht und Partnerinnen und Partner eingeladen, darüber zu diskutieren, was sich in der Vergangenheit bewährt hat und was künftig erforderlich ist, um widerstandsfähige Agrar- und Ernährungssysteme zu schaffen.
In afrikanischen Ländern besteht nach wie vor ein enormes geschlechtsspezifisches Gefälle beim Zugang zu Arbeit und Kapital. Was sind die Folgen von Covid-19 für die dortigen Frauen? Jan Rübel befragte Léa Rouanet zu Lockdowns und genderbasierter Gewalt. Die Ökonomin arbeitet im Africa Gender Innovation Lab der Weltbank.
Ein Bericht von T. S. Jayne, A. Adelaja und R. Mkandawire
Vor 30 Jahren war Afrika Synonym für Krieg, Hunger und Armut. Dieses Narrativ hat heute keinen Bestand mehr. Afrikanische Lebensstandards steigen erstaunlich schnell. Unsere Autoren sind überzeugt, dass verbesserte Bildung und Unternehmertum den Fortschritt der Region unumkehrbar machen - trotz COVID-19.
Eine schnelle und kostengünstige Methodik berechnet existenzsichernde Einkommen und Löhne für eine Vielzahl an Ländern. Die GIZ hat zusammen mit Fairtrade International und Richard und Martha Anker ein Instrument zu geben, mit dem Unternehmen Einkommens- und Lohnlücken einfacher analysieren können.
In seinem dritten Jahr zeigt der Supermarkt-Check der Organisation Oxfam vor allem einen klaren Trend auf: Es geht! Supermärkte im Norden können ihre bisherigen Geschäftspolitiken ändern und stärker auf die Rechte derjenigen Menschen in aller Welt ausrichten, die Lebensmittel anbauen und ernten.Es geht aber nicht ohne Druck.
Afrika hat hervorragende Voraussetzungen, Landwirtschaft zu seinem Wirtschaftsmotor zu entwickeln. Doch das Potential dafür wird bei weitem nicht ausgeschöpft, unter anderem weil Frauen bei der Ausübung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit auf erhebliche Hindernisse treffen. Die Organisation AWAN Afrika will diesen Umstand ändern.
Die Mehrheit der Produzierenden in Entwicklungsländern sind Frauen. Obwohl sie maßgeblich zur Ernährungssicherheit ihrer Familien beitragen, sind sie in der männerdominierten Landwirtschaft nach wie vor chronisch benachteiligt beim Zugang zu Land, Krediten, Technologien und Bildung.
Die Förderung kleinbäuerlicher Frauengruppen über Selbsthilfe-Ansätze leistet einen entscheidenden Beitrag zur ökonomischen Stärkung der ländlichen Betriebe. Über die Organisation und die verbundenen Gruppenaktivitäten kann extreme Armut reduziert und die Ernährungssituation verbessert werden.
Ein Interview mit Francisco Marí (Brot für die Welt)
Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt beteiligte sich nicht am UNFSS Pre-Summit in Rom. Stattdessen nahm die Organisation an einem Gegengipfel teil, der zeitgleich stattfand. Ein Gespräch mit Francisco Marí über die Gründe, den Ablauf – und wie es nun weitergeht.
Interview mit Martina Fleckenstein (WWF), Michael Kühn (WHH) und Christel Weller-Molongua (GIZ)
Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel: Zum ersten Mal richten die Vereinten Nationen einen Summit zu Ernährungssystemen aus. Im Interview ziehen Martina Fleckenstein, Michael Kühn und Christel Weller-Molongua gemeinsam Bilanz.
Kurz vor dem Ausscheiden aus seinem Amt als Generaldirektor des IFPR spricht Shenggen Fan über nötige Reformen und Vorgehensweisen, um die globale Ernährungssicherheit im kommenden Jahrzehnt zu erreichen. Für SEWOH zieht der Agrarexperte Bilanz - was ist nun zu tun?
Bei der Klimakonferenz in Glasgow demonstrierten Aktivist:innen zahlreicher Gruppen – mit dabei Leonie Bremer von „Fridays for Future“. Wie können Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit zusammengehen?
Die kamerunische Gender- und Friedensaktivistin Marthe Wandou über die Rolle von Frauen und Mädchen in der Entwicklungspolitik – damals und in Zukunft.
Beim Nachhaltigkeitspodcast “Vom Feld ins Regal“ fordert Marie Nasemann neue Anläufe zum Durchbruch von fairer Mode. Ein Abend über verbrannte Retouren, filterlose Waschmaschinen und viel Luft nach oben.
Drei Unternehmerinnen aus Mosambik, Sri Lanka und Uganda erzählen, wie sie ihr Bio-Geschäft von Grund auf neu aufgebaut haben und nun Baobab-Öl, Gotukola-Pulver und Shea-Butter auf internationalen Märkten verkaufen – und sie erklären, warum ihr Geschäft zu fast 100 Prozent weiblich ist.
Wenn Frauen die Konrolle über die Ressourcen eines Haushalts haben und das Einkommen verwalten, führt das meist zu einer ausgewogeneren und gesünderen Ernährung der Familie. Doch oft liegt die Entscheidungsgewalt bei den Männern. Wie kann diese Geschlechterungleichheit aufgebrochen werden? Einblicke in die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Projektarbeit zu Gender-transformativen Ansätzen gibt das Globalvorhaben Ernährungssicherung und Resilienzstärkung der GIZ.
Agri-Photovoltaik kombiniert photovoltaische Stromerzeugung mit landwirtschaftlicher Produktion, ermöglicht eine effizientere Landnutzung und fördert Stromerzeugung durch integrierte Nahrungsmittel-, Energie- und Wassersysteme. Dies kann vor allem für Länder im Globalen Süden interessant sein, wo die Elektrifizierungsrate in ländlichen Gebieten oft niedrig ist und die Ernährungssicherheit verbessert werden muss.
Die Trockengebiete Afrikas sind wie geschaffen für die Erzeugung von Solar- und Windenergie – vor allem angesichts des aktuellen Hypes um grünen Wasserstoff. Hirtengemeinschaften sind hierbei jedoch oft im Nachteil. Unser Autor geht auf die entstehenden Konflikte ein und beschreibt, wie ein gedeihliches Miteinander von Ökostromprojekten und den Gemeinschaften aussehen könnte.
Die Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine haben es vielen Ländern ermöglicht, neue Exportmärkte für ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erschließen. Kleinbäuerliche Betriebe sind dabei jedoch weitgehend außen vor geblieben. Wie sich das ändern lässt, erläutert Dr. Niladri Sekhar Bagchi anhand seiner Erfahrungen in Indien.
Ein Beitrag von Clare Crowe Pettersson & Lena Bassermann
Der Ausschuss für Welternährungssicherheit (CFS) der Vereinten Nationen hat neue politische Empfehlungen für die Nutzung von Daten und digitalen Technologien im Zusammenhang mit globaler Ernährungssicherung verabschiedet. Wie geht es damit nun weiter?
Rose Okello ist eine Matoke-Bäuerin und alleinerziehende Mutter, die in einem Dorf in der Nähe von Mbarara, einer Stadt im Süden Ugandas, lebt. Um sicherzustellen, dass sie die Lebensmittel für ihre Familie, die Schulgebühren für ihre Kinder und andere Ausgaben pünktlich bezahlen kann, nutzt Rose verschiedene Finanzdienstleistungen. Ihre Geschichte zeichnet Hürden aber auch Hoffnung für Frauen in der Agrarwirtschaft.
Beim Women Leadership Programm im Mai 2024 haben sich wieder rund 20 Frauen aus afrikanischen Ländern und Deutschland zu einem einwöchigen Workshop in Bayern getroffen, um fit für die Führung in ihren Organisationen zu werden. Ein Thema, das die Frauen länderübergreifend beschäftigt, ist der Klimawandel, aber auch Gewalt gegen Frauen und ihre Benachteiligung in der Landwirtschaft.
Ein Gespräch mit Carmen Torres Ledezma & Oluwaseyi Kehinde-Peters
Female Leadership ist ein zentraler Baustein für die Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen. Darum ist von größter Bedeutung, geschlechtersensible Ansätze voranzubringen, um die Präsenz von Frauen in Führungspositionen in der landwirtschaftlichen Produktion zu steigern und diese Systeme gerechter, nachhaltiger und resilienter zu gestalten.
Im Jahr 2025 feiern die GIZ und das Import Promotion Desk (IPD) zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit ihrem gemeinsamen Stand auf der BIOFACH-Messe in Nürnberg konnten sie über 300 Bio-Unternehmen aus Partnerländern auf dem europäischen Markt bekannt machen. Und die Reise geht weiter – trotz Herausforderungen auf dem globalen Markt.
Studien zeigen: Frauen wirtschaften in der Landwirtschaft oft effizienter und nachhaltiger. Hätten sie denselben Zugang zu Produktionsmitteln wie Männer, könnten die landwirtschaftlichen Erträge um bis zu 30 Prozent steigen. Doch es geht um mehr als Produktivität. Wie können gender-transformative Ansätze (GTA) den Wandel vorantreiben und warum sind sie entscheidend für einen nachhaltigen Wandel?
Ein Gespräch mit Caroline Kayanja, Dr. Eileen Nchanji & Theresa Herbold
Ohne die Überwindung struktureller Geschlechterungleichheiten ist eine Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen nicht möglich. Im Gespräch reflektieren Caroline Kayanja (UCOBAC), Dr. Eileen Nchanji (CIAT) und Theresa Herbold (Entwicklungsministerium) die zentralen Herausforderungen und Lösungsansätze – von Landzugang und Repräsentation bis hin zu frauengeführten Kollektiven und innovativen Technologien.
In ihrer neuen Studie analysiert die internationale Hilfsorganisation CARE, wie die wirtschaftlichen und sozialen Barrieren, mit denen Frauen konfrontiert sind, das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erheblich verringern. Denn beim derzeitigen Tempo würde es 152 Jahre dauern, um die ökonomische Lücke zwischen Frauen und Männern zu schließen – und das, obwohl es äußerst profitabel für die Wirtschaft wäre, diese Lücke zu schließen.
Die ländliche Bevölkerung und vulnerable Gruppen sollten eingebunden werden bei der Umsetzung der Kampala Erklärung der Afrikanischen Union zur Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme. Das fordert der Soziologe Lawani Arouna, Vizepräsident des Regionalen Dachverbands der Bauernverbände in Westafrika (ROPPA).
Damit alle in der Lieferkette profitieren, kommt es darauf an, dass Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten. Wie messbar die Erfolge solcher Partnerschaften sind, zeigen die folgenden sechs Projekte: Sie machen vor, wie Kooperationen mit der Wirtschaft Lieferketten Schritt für Schritt gerechter, resilienter und nachhaltiger gestalten.
Wie lassen sich Ernährungssysteme resilienter gestalten? Ernährungsexpertin Stacia Nordin spricht über Diversifizierung, Zusammenarbeit und die Rolle unterschiedlicher Akteure bei nachhaltigem Wandel – und darüber, was in Zeiten anhaltender Krisen Hoffnung gibt.
Das Internationale Jahr der Landwirtin (IYWF), das von den Vereinten Nationen für 2026 ausgerufen wurde, ist mehr als ein symbolischer Moment. Es ist eine politische Chance – und eine Verantwortung – für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Das betonte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf der Grünen Woche in Berlin.
Ernährungssysteme werden häufig auf Produktion und Handel reduziert. Mary Karanu von der Welthungerhilfe in Kenia zeigt, dass sie zugleich soziale und politische Ordnungen widerspiegeln und Machtverhältnisse, die Anerkennung von Arbeit sowie strukturelle Verwundbarkeit in kleinbäuerlichen Kontexten in Afrika und globalen Lieferketten prägen.
Die Zukunft der Landwirtschaft liegt in den Händen junger Menschen. Genna Tesdall vom Internationalen Netzwerk Young Professionals for Agricultural Development (YPARD) diskutiert, was sie brauchen.
Ein Beitrag der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Vor dem Hintergrund des aktuellen Konflikts im Iran und der damit verbundenen Sperrung der Straße von Hormus gewinnt die strategische Bedeutung maritimer Infrastruktur neue Dringlichkeit. Eine Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) aus dem Jahr 2024 beleuchtet diese Relevanz und diskutiert geeignete Schutzmaßnahmen für unterschiedliche kritische Infrastrukturen im maritimen Raum.
Die Vereinten Nationen planen einen Gipfel zu Ernährungssystemen - und nun diktiert das Corona-Virus die Agenda. Der Chefökonom des UN-Welternährungprogramms zieht eine aktuelle Bilanz. Ein Gespräch mit Jan Rübel über Pandemien, die Chromosomen der Entwicklung – und über die Konflikte, die sie hemmen.
Aus dem Labor für die Massen: Maria Andrade züchtete neue biofortifizierte Süßkartoffeln, welche in Afrika breit angebaut werden. Sie setzt ihre Hoffnung auf eine Transformation afrikanischer Landwirtschaften.
Eine Studie der Weltbank sagt voraus, dass Millionen Menschen in Subsahara-Afrika wegen des Klimawandels ihre Heimat verlassen. Wir sprachen mit einem Autoren vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).
Die Agrarforschungsorganisation CGIAR stellt sich systematisch neu auf. Wir sprachen mit Jürgen Vögele, Vice President for Sustainable Development der World Bank, über die bisherigen Fortschritte - und erörtern, was gebündelt getan werden muss, um in zehn Jahren weltweiten Hunger zu stoppen.
Der Lockdown wegen COVID-19 traf die Wirtschaft stark - darunter besonders die Landwirtschaft mit ihren Lieferketten und Absatzmärkten. Welche kreativen Umgangsstrategien haben die Betroffenen dabei gefunden? Das Seminar für ländliche Entwicklung hat hierzu eine Forschungsstudie begonnen.
Die Pandemie hat gezeigt, dass Gesundheit und Ernährung eng zusammenhängen. Die One-Health-Initiative stärkt das Engagement und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in diesen Feldern. Welche Rolle die deutsche Politik dabei spielt und wo die Herausforderungen liegen, erklärt D. Maria Flachsbarth im Interview.
Der Klimawandel zerstört vielerorts Entwicklungsfortschritte. Im klugen Zusammenspiel schützen Digitalisierung und Versicherungswirtschaft betroffene Kleinbauern. Claudia Voß ist Pressesprecherin des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft.
Wenn es an fruchtbaren Böden und Regen mangelt, bricht schnell Hunger aus. Maria Smentek vom World Food Programme (WFP) erklärt, wie Bäuerinnen und Bauern sowie Viehhirt*innen dem Klimawandel mit Hydrokulturen begegnen können.
Ein Beitrag von Heike Baumüller, Christine Husmann, Julia Machovsky-Smid, Oliver Kirui und Justice Tambo
Wer Armut in Afrika verringern will, muss bei der Landwirtschaft ansetzen. Welche Investitionen die größte Wirkung erzielen, lässt sich durch wissenschaftliche Kriterien definieren.
Ein Beitrag von Sarah D´haen & Alexander Müller, Louisa Nelle, Bruno St. Jaques, Sarah Kirangu-Wissler und Matteo Lattanzi (TMG)
Einblicke junger Landwirte in die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Ernährungssysteme in Subsahara-Afrika @CovidFoodFuture und Videotagebücher aus Nairobis informellen Siedlungen.
Joe DeVries ist Züchter – und Vizepräsident von AGRA (Alliance for a Green Revolution in Africa). Was sind die Chancen und Risiken einer „Grünen Revolution“ in Afrika? Ein Gespräch zwischen Jan Rübel und ihm über Produktivität, Bedarf und Paternalismus.
Eine Gruppe Landloser in Äthiopien verarbeitet Lebensmittel und schafft sich damit eine Zukunft. Dorothea Hogengarten berichtet, wie die GIZ Menschen im nordäthiopischen Bundesstaat Tigray dabei unterstützt, sich besser zu ernähren.
Interview mit Carin Smaller (Ceres2030) über die Macht der Zahlen
Zwei Jahre lang erforschte das Ceres2030-Team Antworten auf die Fragen, wie viel es kostet, SDG 2 zu erreichen - und wo das Geld am effektivsten eingesetzt werden sollte. IISD Senior Advisor und Ceres2030 Co-Direktorin Carin Smaller über Kleinbauern, maschinelles Lernen und die Teilhabe von Frauen.
Auch wenn COVID-19 die Gesundheit der Menschheit bedroht, dürfen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht mehr Leid verursachen als die Krankheit selbst. Das gilt besonders in armen Entwicklungsländern, wo die Bedeutung der Coronakrise für die Ernährungssicherung weitaus gravierender ist!
Kanzlerin Merkel ist als Ratspräsidentin in ein ambitioniertes europapolitisches Programm gestartet: Kompromisse in den Budgetverhandlungen, ein geordneter Brexit sowie eine angemessene Antwort auf die Corona-Krise. Leider sucht man vergeblich nach jener Position, die sie noch vor kurzem vertrat: Afrikas Wohlstand liegt im Interesse Europas.
Die Virus-Infektion COVID-19 wird in den meisten afrikanischen Ländern mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Gesundheits- und Lebensmittelkrise auslösen. Um diese zu bewältigen, ist es nach Ansicht unseres Autors wichtiger denn je, die Politik konsequent an den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) auszurichten.
COVID-19 hat beispiellose Auswirkungen auf die Welt. Wie immer sind die Schwächsten am härtesten betroffen, sowohl zu Hause als auch – und dort besonders – im Ausland. Ein gemeinsamer Aufruf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und des Department for International Development (DFID).
Subsahara-Afrika steht vor Entwicklungsschüben in der Landwirtschaft, ganze technologischen Entwicklungen könnten übersprungen werden. Doch wie sollen diese gelingen? Über mögliche Rollen digitaler Dienste und ihre Potenziale.
Ein Beitrag von Essa Chanie Mussa (University of Gondar)
Junge Menschen brauchen reale Chancen zur Entwicklung, um der Armut zu entkommen und ihre Ziele zu verwirklichen. Regierungen, politische Entscheidungsträger, internationale Entwicklungspartner und Spender stehen in der Verantwortung, neue Strategien zu entwickeln.
Veröffentlichung der Heinrich-Böll-Stiftung und dem TMG ThinkTank for Sustainability
Die Weltgemeinschaft scheitert im Kampf gegen Hunger, Mangelernährung und Fehlernährung. Das zeigt das der Tiny Atlas „Armut Macht Hunger“ der von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem TMG ThinkTank for Sustainability veröffentlicht wurde. Neben Zahlen und Fakten werden auch die Gründe für Hunger und Fehlernährung dargestellt und erklärt.
Die internationale Agrarforschung reagiert auf neue Herausforderungen: Deren Beratungsgruppe unterzieht sich einem tiefgreifenden Reformprozess und vereint Wissen, Partnerschaften und Infrastrukturen zu OneCGIAR.
Interview mit Paul Newnham, den Direktor des Sustainable Development Goal (SDG) 2 Advocacy Hub.
Auf dem Vorgipfel in Rom ging es um die Umgestaltung der Ernährungssysteme. Wie bringt man das einer breiten Öffentlichkeit nahe? Fragen an Paul Newnham, der als Direktor des SDG 2 Advocacy Hub die Öffentlichkeitsarbeit der Gipfel betreut.
Ausbleibende Saisonarbeitskräfte und Virenexplosion in Schlachthöfen, steigende Gemüsepreise, Klimakrise - all das macht deutlich, was eigentlich schon seit Jahrzehnten klar ist: unser Ernährungssystem ist zwar hoch produktiv. Es ist aber nicht resilient.
Jeden Oktober veröffentlicht die Organisation „Welthungerhilfe“ den Welthunger-Index, mit dem die Hungersituation erfasst wird. Was sind die Trends – und was muss unternommen werden? Fraser Patterson ist Referent für Welternährung und beschäftigt sich mit dem Index.
Bis 2050 müssen neun Milliarden Menschen genügend zu essen haben. Als Weltbevölkerung müssen wir mehr Nahrungsmittel produzieren und weniger verschwenden. Das ist auch die oberste Priorität des UN World Food Programme (WFP).
Vitaminarme Ernährung muss teurer werden, In-Vitro-Fleisch ist kein Allheilmittel und Agrarsysteme sollten dezentraler aufgestellt werden. Bioland Präsident Jan Plagge im Interview über die Herausforderung der (zukünftigen) Welternährung.
Genveränderte Bakterien, die zu essbaren Proteinen werden. Kühe grasen auf dem Feld und in einer industrielle Kreislaufwirtschaft entsteht kein Abfall. Journalist Jan Grossarth sieht ein Silberstreifen am Horizont für die Zukunft der Welternährung.
Drei Viertel der Weltbevölkerung besitzt keine juristisch abgesicherten Landrechten, was fehlende Investition und mangelnde Innovation begünstigt. Das Projekt "Improvement of Livelihood and Food Security" unterstützt Kleinbauern und Kleinbäuerinnen Land zu erwerben.
Der Klimawandel ist für die Menschen im Globalen Süden längst im Alltag angekommen. Mit welchen Auswirkungen kämpfen die Betroffenen und welche Forderungen ergeben sich daraus für die Klimakonferenz?
Jeder Temperaturanstieg um einen Grad Celsius erhöht das Konfliktrisiko um zwei bis zehn Prozent. Die Klimakrise ist eine humanitäre Krise, wie die Fotos von Christoph Püschner und Frank Schultze zeigen.
Die Klimakrise wirkt als Brandbeschleuniger des Hungers. Was muss sich ändern im Kampf gegen den Hunger, und welchen Stellenwert hat humanitäre Hilfe für internationalen Entwicklungszusammenarbeit?
Ein Interview mit Shamika Mone (INOFO) und Elizabeth Nsimadala (EAFF)
Auf dem „UN Food Systems Summit‟ im September 2021 waren landwirtschaftliche Verbände zum ersten Mal bis auf die höchste Ebene vertreten. Zwei Vertreterinnen sprechen über die Verbindung von persönlichen Aufgaben mit der Repräsentation regionaler Bedürfnisse und internationalen Verhandlungen.
Im Vorfeld des G7-Gipfels diskutierten Expert:innen aus Politik und Zivilgesellschft nachhaltige und effektivere Handlungsoptionen der G7-Staaten zur Hungerbekämpfung.
Ein Beitrag von Adrian Muller, Catherine Pfeifer und Jürn Sanders (FiBL)
Die Reduzierung von Schwerpunkten der Biodiversität oder die Aufgabe von ertragsärmeren, extensiveren Produktionssystemen ist der falsche Ansatz zur Bewältigung der drohenden globalen Nahrungsmittelkrise, meinen die Autor*innen des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL).
Gesunde, ertragreiche Böden sind eine Grundvoraussetzung für die weltweite Ernährungssicherung – einer der Schwerpunkte in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Staatssekretär Jochen Flasbarth über die Bemühungen Deutschlands zur Unterstützung einer nachhaltigen Bodenbewirtschaftung.
Ob Bananenbrot aus braunen Bananen, bewusste Einkaufspläne oder Foodsharing: Wir geben euch fünf Tipps wie ihr eure alltägliche Lebensmittelverschwendung reduzieren könnt.
Warum sind kurz- und langfristige Antworten wichtig, um aktuelle und zukünftige globale Krisen zu bewältigen? Sebastian Lesch, Leiter der Abteilung Landwirtschaft im Bundesentwicklungsministerium (BMZ), gibt im Gespräch mit der Global Donor Platform for Rural Development (GDPRD) Antworten auf diese und weitere Fragen und erklärt, wie sehr Deutschland es begrüßt, wenn alle Geber an einem Strang ziehen und gemeinsam handeln.
Nach zwei Jahren Corona-Pause öffnen sich wieder die Türen zur Internatinalen Grünen Wochen (IGW) in Berlin. Für die Besucher*innen aus aller Welt heißt es vom 20. bis 29. Januar dort: Entdecken, Bestaunen und Probieren. Doch die Veranstaltung ist nicht nur Schlemmerei und Spaß. Der BMZ-Stand stellt Fragen nach dem Woher & Wohin von Nahrung – und entwickelt sich dabei zum Crashtest für manche Gewohnheit.
In 99 Sekunden stellt Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS), einige wichtige Fakten über die neue Afrika-Strategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen.
2022, ein Jahr voller Krisen: Der Krieg Russlands gegen die Ukraine, extreme Wetterereignisse, hohe Energie- und Düngemittelpreise und Nahrungsmittelengpässe. Das alles hatte schwerwiegende Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit und die Landwirtschaft weltweit – besonders in Subsahara-Afrika. Daraus folgt: Wir müssen die Agrar- und Lebensmittelsysteme ändern.
Seit Februar 2022 befinden sich zwei der größten Getreide- und Ölsaatenexporteure im Krieg. Ein Überblick, welche Länder von den destabilisierten Getreidemärkten am meisten betroffen sind, und, was jetzt zu tun ist.
Steigende Lebensmittel- und Kraftstoffpreise, physische Zerstörung und Lieferketten-Engpässe: Warum die Schwarzmeer-Region eine entscheidende Rolle spielt, und welche Auswirkungen der Krieg in der Ukraine auf die globale Ernährungssicherheit hat.
Neue Einblicke zur Entwicklung des Handels und der Reiswertschöpfungskette in Westafrika
Niedrige Importzölle, Schmuggelaktivitäten, unvorhersehbare Steuerbefreiungen und eine schwache Durchsetzung von Lebensmittelsicherheitsnormen: Das Potenzial lokaler Reis-Wertschöpfungsketten wird in westafrikanischen Ländern untergraben.
Entwicklungszusammenarbeit muss Good Governance und eine Transformation hin zu nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystemen in den Mittelpunkt stellen: Abteilungsleiter Dirk Meyer aus dem Bundesentwicklungsministerium (BMZ) über Ziele, Leitlinien und priorisierte Handlungsfelder der neuen Leitung.
Den Auftakt unter dem neuem Namen „Food4Transformation“ machen vier Gesprächspartner*innen, die sich mit unterschiedlichen Perspektiven dieselben drei Frage stellen. Warum das Recht auf Nahrung, Inklusivität, Agrarökologie und Ernährungssouveränität die zentralen Hebel für eine erfolgreiche Transformation sind, erläutern Mareike Haase und Stig Tanzmann von Brot für die Welt.
Den Auftakt unter dem neuem Namen „Food4Transformation“ machen vier Gesprächspartner*innen, die sich mit unterschiedlichen Perspektiven dieselben drei Frage stellen. Dr. Julia Köhn, Vorsitzende der German AgriFood Society, stellt im Interview heraus: Nur wenn Innovation und Transformation mittelfristig profitabel sind, können sie langfristig die Lebensmittellücke schließen.
Den Auftakt unter dem neuem Namen „Food4Transformation“ machen vier Gesprächspartner*innen, die sich mit unterschiedlichen Perspektiven dieselben drei Frage stellen. Dirk Meyer, Bundesentwicklungsministerium, ist der Meinung: es braucht weniger Einzellösungen, dafür mehr systemische Ansätze. Denn neben den Zielen für die Ernährungssicherung gilt es auch die Themen Klima und Biodiversität zu berücksichtigen.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat ein Video zur Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme veröffentlicht. In dem Video spricht auch Bundesministerin Svenja Schulze über die dringende Notwendigkeit, den globalen Hunger zu bekämpfen und zu widerstandsfähigen Agrar- und Ernährungssystemen beizutragen.
Ein Beitrag der Global Donor Platform for Rural Development
Zwei Jahre nach dem UN Food Systems Summit veranstalteten die Global Donor Platform for Rural Development und das Shamba Centre for Food & Climate ein offizielles Side Event auf dem UNFSS+2. Diskutiert wurde, wie öffentliche Geber die Wirkung ihrer Investitionen erhöhen können.
Wie können wir sicherstellen, dass alle Menschen innerhalb der planetaren Grenzen ernährt werden? Der neue Podcast von Food4Transformation zeigt Lösungsansätze – und diskutiert diese mit Vertreter*innen aus Regierung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Landwirt*innen aus aller Welt.
Der Gaza-Streifen hängt stark von humanitärer Hilfe ab, mit dem aktuellen Krieg mehr denn je. Die Bevölkerung Gazas ist sehr jung: Die Hälfte sind Kinder. Wie ist ihre Lage vor Ort? Fragen an Lucia Elmi, Unicef-Sonderbeauftragte im Staat Palästina.
Die Kämpfe zwischen den israelischen Streitkräften und der palästinensischen Hamas eskalieren. Was bedeutet das für eine Region, die schon vorher stark von äußerer Hilfe abhing? Fragen an Dr. Muriel Asseburg, Senior Fellow an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.
Im Westjordanland erschweren politische Spannungen und zunehmend schlechte Wetterbedingungen die Landwirtschaft. Was ist zu tun? Fragen an Abbas Milhem, Geschäftsführender Direktor der Palestinian Farmers Union (PFU).
Wie kann die Landwirtschaft für junge Menschen in ländlichen Gebieten attraktiver gestaltet werden? Advocacy- und Aufklärungskampagnen können eine wichtige Rolle dabei spielen. Simeon Kambalame, Timveni Child and Youth Media Organization, hat eine solche Kampagne in Malawi ins Leben gerufen.
Zum Auftakt der Welternährungswoche rund um den Welternährungstag am 16. Oktober eine eindeutige Botschaft: Kanzlerin Angela Merkel betont, dass der Kampf gegen den weltweiten Hunger nur mit internationaler Verantwortung und Solidarität erfolgreich sein wird.
Shu Wen Ng ist Gesundheitsökonomin. Sie weiß, was am besten auf den Teller kommt. Doch wie gelingt dies massenhaft in Ländern mit schwächeren Einkommen? „Die Lösungen für den Weg dorthin existieren bereits“, sagt sie, „was aber oft fehlt, ist eine mutige Führung, die sie umsetzt“.
Von Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt in Deutschland bis zu nachhaltigeren Anbaumethoden von Kakao in Ecuador: WWF arbeitet auf diversen Ebenen. Beim WWF Stand auf der Grünen Woche wird gezeigt, wie facettenreich Naturschutzarbeit ist und welche Rolle die Entscheidung eines Jeden spielt.
Das Cluster Landwirtschaft und Ernährungssicherung der GIZ in Sambia zeigt, wie Synergien funktionieren können: Mehrere Projekte und Partnerorganisationen unterstützen die Bevölkerung auf unterschiedlichen Wegen, besseren Zugang zu gesünderer und ausgewogener Ernährung zu bekommen.
Seit knapp 20 Jahren ist Felix Phiri Leiter der Abteilung für Ernährung, HIV und AIDS im Gesundheitsministerium von Malawi. Ein Portrait über Konstanten und den Wandel.
In Himachal Pradesh, Indien, treten Naturkatastrophen immer häufiger auf und die klimatischen Bedingungen verändern sich – mit negativen Folgen für die Apfelproduktion und den Lebensunterhalt der Bauern aus. Ganzheitliche und mehrdimensionale Innovationsbündel sind für die gesamte Wertschöpfungskette erforderlich, um das Ernährungssystem zukünftig resilienter zu gestalten.
Ein Beitrag von Emmanuel Atamba & Larissa Stiem-Bhatia
Auf Basis von Gesprächen mit kenianischen Expert*innen veröffentlicht TMG Research ein Kurzdossier, das die Stärkung von Koordinierungsmechanismen für die Governance von Ernährungssystemen hervorhebt. Emmanuel Atamba und Larissa Stiem-Bhatia von TMG Research fassen die Ergebnisse zusammen.
Der von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelter Orientierungsrahmen fasst neue Anforderungen für die Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme zusammen – und zeigt Prinzipien und Ansätze für den Wandel auf.
Das Entwicklungsministerium (BMZ) und das Landwirtschaftsministerium (BMEL) haben einen 10-Punkte-Plans für einen nachhaltigen Kakaosektor vorgestellt. Die Neufassung berücksichtigt die Lieferkettengesetzgebung und aktuelle Entwicklungen. Sie legt besonderen Fokus auf existenzsichernde Einkommen, verantwortungsvolle Einkaufspraktiken sowie ökologischen und klimafreundlichen Kakaoanbau.
Im März trafen sich Delegationen aus neun Partnerländern in Berlin auf der Partnerkonferenz Scaling Access to Finance for Agripreneurs. Zusammen mit AUDA-NEPAD, IFAD, BMZ, GIZ und anderen Institutionen arbeiteten rund 100 Teilnehmer praktikable Lösungen aus, um die finanzielle Einbindung in die Prozesse zur Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen voranzubringen und übergeben ihre Schlussfolgerungen an den Kampala-CAADP-Prozess der AU.
Angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch weltweiten Hunger, Urbanisierung und sinkende internationalerFinanzierung spielen informelle Ernährungssysteme eine wichtige Rolle für den Zugang zu Nahrung und Lebensgrundlagen in einkommensschwachen städtischen Gebieten Afrikas. Das TMG Think Tank for Sustainability Positionspapier „Mit Informalität arbeiten für die Transformation von Ernährungssystemen und widerstandsfähige Gemeinschaften“, hebt hervor, wie wichtig Informalität für die Erreichung von SDG 2 ist.
Im Mai fand die diesjährige „Partners for Change – SOILutions for a Food Secure, Resilient, and Sustainable Future“ Konferenz statt. Kah Walla, Moderatorin der Konferenz und Direktorin von Strategies!, fasst die Diskussionen zusammen und betont, dass gesunde Böden nicht nur die Grundlage der Landwirtschaft sind, sondern das Fundament für eine widerstandsfähige, gerechte und klimafreundliche Zukunft bilden.
Zwei neue Podcast-Formate der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) machen Geschichten aus der Projektarbeit vor Ort hörbar: "Over to you!" aus Malawi und "Voices of Change – Beneficiary Story Book" aus Sambia. Im Zentrum stehen die Gesichter, die hinter dem Wandel zu einer nachhaltigen Ernährungssicherung stecken.
Ernährung scheitert selten am fehlenden Wissen, sondern meist an fehlender Struktur. Im Gespräch mit Dr. Sachin Gupte von PATH richtet sich der Blick auf die oft unsichtbaren Grundlagen von Ernährungssystemen – dort, wo Klimaeinflüsse, politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Realitäten bestimmen, was Bestand haben kann und was nicht.
Ernährungssysteme unterscheiden sich stark zwischen Gemeinschaften. Während die globale Agenda eine allgemeine Orientierung bietet, erfordert wirksamer Wandel kontextspezifische Maßnahmen auf lokaler Ebene. Im Mittelpunkt sollten dabei die Bedürfnisse der Gemeinschaften stehen. Der Visioning Process kann beim Perspektivwechsel helfen, so Fyness Lydia Ching’oma von der GIZ Malawi.
Wachstumsverzögerungen als Zeichen chronischer Unterernährung und gleichzeitig Übergewicht und Fettleibigkeit: Autorin und Redakteurin Astrid Prange de Oliveira zeigt auf, warum insbesondere ärmere Länder mit der doppelten Bürde von Fehlernährung kämpfen und warum dies eine entwicklungspolitische Herausforderung ist.
Ein Fokus auf fragile Kontexte verdeutlicht den spezifischen Beitrag der Entwicklungspolitik zur Sicherheitspolitik und zeigt zugleich, inwiefern auch die Sonderinitiative „Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme“ weiterentwickelt werden muss. Ein Beitrag von Jes Weigelt, Head of Programmes beim TMG Think Tank for Sustainability.
Ein Interview mit Rashid Sumaila und Andreas Schaumayer
Ende Juni hat die elfte Our Ocean Conference in Mombasa, Kenia, stattgefunden. Vor diesem Hintergrund ziehen der Fischereiökonom Rashid Sumaila und Andreas Schaumayer vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Bilanz über den Zustand der globalen Fischerei im Jahr 2026: Von der wirtschaftlichen Bedeutung der Kleinfischerei bis hin zu den Datenlücken, die Millionen von Fischer*innen unsichtbar machen.
Auf dem Africa Fertilizer and Soil Health Summit (AFSH), der im Mai von der Afrikanischen Union (AU) und der kenianischen Regierung ausgerichtet wurde, ist die Nairobi Declaration verabschiedet worden. Ziel ist es, die inländische Produktion von organischen und anorganischen Düngemitteln bis 2034 zu verdreifachen und den Zugang für Kleinbäuer*innen zu verbessern.
Die internationale Bodenkonferenz „Partners for Change – SOILutions for a Food Secure, Resilient, and Sustainable Future“ hat vom 20. bis zum 22. Mai knapp 150 verschiedene Akteure in Berlin zusammengebracht. Ihr Ziel: Bestehende Schutzprogramme bilanzieren und einen Weg in die Zukunft ebnen.
Bodengesundheit ist die Grundlage der Landwirtschaft und damit eine entscheidende Voraussetzung für die Ernährung der Menschheit. Minhaj Ameen vom Agroecology Fund darüber, wie die Lösungen für bessere Böden aussehen können.
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